Quartalsbilanz: Goldman Sachs scheffelt Milliarden - DER SPIEGEL
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Quartalsbilanz Goldman Sachs scheffelt Milliarden

Die US-Großbanken strotzen vor neuer Kraft: Nach JP Morgan, Bank of America und der Citigroup überrascht auch Goldman Sachs mit einem gigantischen Gewinn im ersten Quartal. Doch die Betrugsvorwürfe gegen den Finanzgiganten häufen sich - jetzt ermittelt auch die britische Finanzaufsicht.
Zentrale von Goldman Sachs: Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar
Zentrale von Goldman Sachs: Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar

Zentrale von Goldman Sachs: Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS
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Lloyd Blankfein

Hamburg - Die unter Betrugsverdacht stehende US-Großbank Goldman Sachs hat im ersten Quartal einen Milliardengewinn verzeichnet - und damit alle Erwartungen übertroffen. Der Gewinn belief sich nach Vorzugsdividenden auf 3,3 Milliarden Dollar, teilte das Institut am Dienstag in New York mit. Im Vorjahresquartal hatte die Bank mit 1,7 Milliarden Dollar deutlich weniger verdient. Im vorbörslichen US-Handel gaben die Zahlen der Aktie deutlichen Auftrieb. Die Entwicklung im ersten Quartal spiegele mehr Zeichen von Wachstum in der Wirtschaft wider, erklärte Goldman-Sachs-Chef .

Mit Blick auf die Vorwürfe der SEC sagte Blankfein lediglich, er danke Kunden und Aktionären für ihre Unterstützung sowie den Mitarbeitern für ihr Engagement. Die SEC wirft Goldman Sachs vor, Anleger in dem Prospekt eines Finanzprodukts, das mit zweitklassigen Hypothekenkrediten unterlegt war, getäuscht zu haben. Laut Anklageschrift verschwieg die Investmentbank ihren Kunden, dass der Hedgefonds Paulson & Co. im Hintergrund mitmischte, der auf ein Platzen der Blase wettete. Die strukturierten Wertpapiere verloren binnen weniger Monate rasant an Wert - der Ausgangspunkt der Finanzkrise. Goldman hat die Anschuldigungen bislang vehement zurückgewiesen.

Koalitionspolitiker fordern einen Stopp für neue Aufträge an die US-Bank

Nach den US-Behörden ermittelt nun aber auch die britische Finanzaufsicht FSA gegen die Investmentbank. Man werde eine "formale Ermittlung" in Gang setzen, teilte die FSA am Dienstag in London mit. Dabei wolle man eng mit der SEC zusammenarbeiten.

Premierminister Gordon Brown hatte eine solche Untersuchung gefordert und der Bank "moralischen Bankrott" vorgeworfen. Goldman Sachs hat in Großbritannien 5500 Mitarbeiter. Durch den mutmaßlichen Betrug soll auch die teilverstaatlichte britische Bank Royal Bank of Scotland Millionenverluste erlitten haben.

Auch deutsche Institute sollen betroffen sein. Die deutsche Mittelstandsbank IKB  hatte bereits am Montag bekanntgegeben, rechtliche Schritte gegen Goldman Sachs zu prüfen. Sie hat laut Anklageschrift fast ihren gesamten Einsatz von 150 Millionen Dollar verloren. Politiker aus Union und FDP forderten inzwischen einen Stopp für neue Aufträge des Bundes an die US-Bank.

yes/Reuters/dpa-AFX