Referendum in Griechenland: Papandreous Plan beschert Dax massive Verluste - DER SPIEGEL
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Referendum in Griechenland Papandreous Plan beschert Dax massive Verluste

Nach der Ankündigung des griechischen Regierungschefs, sein Volk über das Rettungspaket der Euro-Länder abstimmen zu lassen, hat der Dax mit einem Minus von fünf Prozent geschlossen - zeitweise war der Leitindex sogar noch tiefer gestürzt. Auch die übrigen Börsen weltweit befinden sich auf Talfahrt.
Börse in Frankfurt am Dienstag: Erschütterung an den Börsen
Börse in Frankfurt am Dienstag: Erschütterung an den Börsen

Börse in Frankfurt am Dienstag: Erschütterung an den Börsen

Foto: KIRILL IORDANSKY/ REUTERS
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Frankfurt am Main - Das geplante Referendum in Griechenland über das Euro-Rettungspaket hat die Börsen erschüttert: In Frankfurt schloss der Dax um fünf Prozent tiefer bei 5834 Punkten. Zwischenzeitlich war der deutsche Leitindex sogar um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Auch der Euro geriet massiv unter Druck. An den anderen Finanzplätzen Europas und an der Wall Street gingen die Kurse ebenfalls in den Keller.

Zu Handelsbeginn pendelte das Börsenbarometer in Frankfurt noch bei minus drei Prozent, ehe es am frühen Nachmittag auf sein Tagestief sackte. Bis zum Handelsschluss konnte der Dax   dann einen Teil der Verluste wieder wettmachen. Der MDax fiel um 3,81 Prozent, der TecDax verlor 4,55 Prozent. Auch der Kurs des Euro in Dollar   brach ein. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3650 Dollar gehandelt, nachdem sie am Vortag noch mehr als 1,39 Dollar wert war.

Zu den größten Verlierern zählten in ganz Europa die Aktien der Finanzbranche. Deutsche Bank   und Commerzbank   rutschten um 7,97 beziehungsweise 9,42 Prozent ab, im MDax brachen Papiere der Aareal Bank   sogar um 13,55 Prozent ein. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks büßte 6,58 Prozent ein - damit haben die darin gelisteten Banken seit dem Kurssprung am vergangenen Donnerstag rund 77 Milliarden Euro an Marktwert eingebüßt. Noch schlimmer erwischte es die Versicherungen. Deren Sektorindex musste am Dienstag sogar einen Abschlag von 7,24 Prozent hinnehmen.

Italiens Risikoaufschläge erreichen Rekordhoch

Kräftig nach unten ging es auch an den anderen europäischen Börsen. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50   verlor mehr als fünf Prozent, ebenso wie der französische CAC 40  . Der Londoner FTSE 100   kam mit einem Minus von mehr als zwei Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon.

Die Wall Street eröffnete erneut im Minus, nachdem sie schon am Vortag mit Verlusten auf die Ankündigung des griechischen Regierungschefs Georgios Papandreou reagierte. Der Dow Jones verlor zu Handelsbeginn mehr als zwei Prozent. Auch am asiatischen Aktienmarkt gingen die Kurse nach unten: Die Börse in Tokio schloss mit einem Minus von 1,7 Prozent.

Große Befürchtungen riefen die möglichen Auswirkungen auf das Euro-Sorgenkind Italien hervor. Die Zinsen, die das Land für seine neuen Schulden zahlen muss, sind am Dienstag enorm gestiegen. Der Risikoaufschlag für zehn Jahre laufende italienische Staatsanleihen kletterte im Vormittagshandel auf bis zu 4,34 Prozentpunkte. Er lag damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro an den Finanzmärkten im Jahr 1999.

fdi/dpa