Aufspaltungspläne RWE spielt eigene Zerschlagung durch
RWE-Chef Terium: Aufspaltung lange abgelehnt
Foto: Oliver Berg/ dpaDeutschlands zweitgrößter Versorger RWE plant eine Aufspaltung des Konzerns in zwei Teile. Der Vorstand habe beschlossen, die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochtergesellschaft zu bündeln, teilte RWE am Dienstag in Essen mit. Die Zuständigkeit für die konventionellen Kraftwerke soll dagegen bei RWE bleiben.
Der Aktienkurs schoss nach Bekanntwerden der Berichte zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben.
Die Pläne waren SPIEGEL ONLINE zuvor aus dem Umfeld des Konzerns bestätigt worden. Der Aufsichtsrat soll demnach am 11. Dezember über eine Aufteilung des Konzerns beraten. Ob er die Aufspaltung letztlich genehmigt, ist aber noch unklar. So hätten zum Beispiel die kommunale Aktionäre noch Vorbehalte, sagte ein Insider.
Erste Details über die Pläne gab RWE nun bekannt: Zehn Prozent der neuen Gesellschaft sollen demnach möglichst Ende 2016 im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden. Dies dürfte ein Versuch sein, neue Investoren für den klammen Konzern zu finden.
RWE bleibt nach eigenen Angaben langfristig Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft und will diese voll in seine Bilanz einbeziehen. Die Haftungsmasse für die Kernkraftwerke werde also nicht verändert, betonte der Konzern. "Wir stehen auch weiterhin zu unserer Verantwortung für die Kernenergie", betonte Terium, vermutlich um Unterstellungen vorzubeugen, dass RWE sich beim Atomausstieg aus der Verantwortung stehlen könnte.
Vor einem Jahr hatte schon E.on-Chef Johannes Teyssen die Aufspaltung von Deutschlands größtem Energieversorger verkündet. Anders als RWE spaltet sich E.on aber komplett auf.