Brexit-Probleme und Boeing-Ausfall Ryanair könnte Hunderte Stellen streichen
Uniform eines Ryanair-Mitarbeiters: Klarheit bis Ende August?
Foto: Francois Lenoir / REUTERSRyanair stellt wegen des Flugverbots für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max Hunderte Stellen infrage. Die Billigfluglinie benötige rund 1500 weniger Piloten und Flugbegleiter als eigentlich geplant, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch aus einer Videobotschaft von Ryanair-Chef Michael O'Leary an die Belegschaft. Ein Ryanair-Sprecher bestätigte die Echtheit des Videos.
Schon jetzt habe die Airline über 500 Piloten und rund 400 Flugbegleiter zu viel, heißt es dem Bericht zufolge im Video. Zusätzliche 600 Stellen, die Ryanair für kommenden Sommer besetzen wollte, würden nun nicht benötigt.
Als weiterer Grund gilt die Unsicherheit durch den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU, der auf die Nachfrage drückt. "Wir werden in den nächsten Wochen versuchen, den Stellenabbau möglichst gering zu halten", sagte O'Leary. Allerdings werde er sich nicht vollständig vermeiden lassen. Bis Ende August solle Klarheit herrschen.
Die Fluggesellschaft hat wegen der gestoppten Auslieferungen des Boeing-Fliegers ihre Wachstumspläne für das kommende Jahr zusammengestrichen. Bis zum Sommer 2020 werde sie statt der geplanten 58 Jets des Typs 737 Max voraussichtlich nur 30 Maschinen erhalten.
Nach zwei tödlichen Abstürzen bei Airlines in Indonesien und Äthiopien gilt für die Boeing 737 Max seit März ein weltweites Flugverbot. Noch ist völlig offen, wann der Hersteller die Probleme mit dem Jet gelöst hat und die Aufsichtsbehörden das Flugverbot aufheben. Boeing hat die Produktion des Typs bereits gedrosselt und die Auslieferungen gestoppt. Davon profitiert der Konkurrent Airbus, der am Mittwoch überraschend gute Zahlen zum ersten Halbjahr vorlegte.