Rekordgewinn Ryanair verdient 560 Millionen Euro
Ryanair-Chef Michael O'Leary: Besseres Ergebnis als erwartet
Foto: dapdDublin - Glänzende Zahlen trotz Euro-Krise und gestiegener Treibstoffkosten: Europas größter Billigflieger Ryanair hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen kräftigen Gewinnsprung hingelegt. In den zwölf Monaten bis Ende März sprang der Überschuss auch dank eines Sondererlöses aus dem Ticketverkauf um die Hälfte auf 560 Millionen Euro, wie das irische Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte.
Aber auch ohne diesen Sondereffekt steigerte Ryanair den Gewinn stärker als angekündigt und von Analysten erwartet. Wegen der hohen Kerosinpreise sieht die Unternehmensspitze um Vorstandschef Michael O'Leary jedoch schwierigere Zeiten kommen.
Die Gesellschaft könne die Ticketpreise kaum so stark anheben, dass sie die steigenden Ausgaben für Kerosin decken, argumentierte das Management. Im laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 dürfte der Gewinn daher auf 400 bis 440 Millionen Euro sinken. Gleichwohl soll es eine Dividende geben. Das ist erst die zweite Ausschüttung an die Aktionäre seit dem Börsengang 1997.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz ohne den Sondererlös um 19 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Im saisonal bedingt schwachen Winterhalbjahr hielt die Gesellschaft die Verluste dadurch in Grenzen, dass sie bis zu 80 ihrer 275 Maschinen am Boden ließ und das Flugangebot kräftig eindampfte.
Europas zweitgrößter Billigflieger Easyjet hatte sich kürzlich trotz der hohen Treibstoffpreise optimistisch gezeigt. Beflügelt von einer steigenden Zahl von Geschäftsreisenden und höheren Ticketpreisen erwartet der Rivale des irischen Marktführers für das zweite Halbjahr ein Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent. Zudem profitiert die britische Airline nach eigenen Angaben von der Betriebsaufgabe der europäischen Konkurrenten Spanair und Malev. Dadurch habe Easyjet neue wichtige Routen für Firmenkunden hinzugewinnen können.