Zahlungsprobleme Saab-Eigner scheitern mit Antrag auf Gläubigerschutz
Saab-Werk in Trollhättan: Schon wieder steht die Produktion
Foto: Bob Strong/ REUTERSStockholm - Die Lage des schwedischen Kult-Autobauers Saab spitzt sich zu. Die Eigner des angeschlagenen Unternehmens scheiterten mit einem Antrag auf Gläubigerschutz. Das Amtsgericht Vänersborg lehnte ihn am Donnerstag ab. Die präsentierten Finanzlösungen seien zu "vage" und es fehle die nötige Dokumentation, sagte ein Sprecher. Saab wolle gegen die Entscheidung des Gerichts nun Berufung einlegen.
Der neue Eigentümer des Autobauers, das chinesisch-japanische Konsortium National Electric Vehicle Sweden (Nevs), hatte im Mai die Autoproduktion im schwedischen Trollhättan wegen Liquiditätsproblemen stoppen müssen. Verantwortlich machte Nevs dafür einen Anteilseigner, der seiner vertraglichen Pflicht zur Finanzierung des Unternehmens nicht nachgekommen sei. Seitdem stehen die Bänder still - und der chinesische Haupteigner National Modern Energy Holdings sucht nach neuen Partnern.
Saab hat etwa 400 Millionen schwedische Kronen (43 Millionen Euro) Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, von denen einige mit dem Gerichtsvollzieher drohen. Das Unternehmen versicherte, seine Rechnungen bezahlen zu wollen, erbat sich aber mehr Zeit. Es gebe Verhandlungen mit zwei internationalen Fahrzeugherstellern, doch diese seien komplex und hätten mehr Zeit in Anspruch genommen als vorhergesehen.
Saab gehörte bis 2010 zu General Motors und wurde dann vom kleinen niederländischen Sportwagenbauer Spyker übernommen. Ende 2011 beantragte Saab Insolvenz. Mitte 2012 ging die Marke an das chinesisch-japanische Konsortium. Im Dezember 2013 rollten im schwedischen Trollhättan wieder die ersten Autos vom Band. Nur ein halbes Jahr später stand die Produktion wieder still.