Thomas Middelhoff belastet Josef Esch - DER SPIEGEL
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Sal. Oppenheim-Prozess Middelhoff belastet Immobilienunternehmer Josef Esch

War der Immobilienunternehmer Josef Esch eine Art graue Eminenz bei der abgestürzten Bank Sal. Oppenheim? Ex-Arcandor-Manager Thomas Middelhoff sieht das so. Wenn Esch gesprochen habe, sei für ihn klar gewesen: "Da spricht die Bank."
Thomas Middelhoff (rechts), Josef Esch (ganz links) im Landgericht Köln
Thomas Middelhoff (rechts), Josef Esch (ganz links) im Landgericht Köln

Thomas Middelhoff (rechts), Josef Esch (ganz links) im Landgericht Köln

Foto: Thilo Schmülgen/ dpa
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Köln - Thomas Middelhoff hat den Immobilienunternehmer Josef Esch im Sal.-Oppenheim-Prozess belastet. Der Ex-Arcandor-Chef stellte Esch als eine Hauptfigur in der früheren Spitze des Bankhauses dar. "Aus der damaligen Sicht gab es keinen großen Unterschied zwischen der Bank und Herrn Esch", sagte Middelhoff am Donnerstag als Zeuge im Kölner Strafprozess gegen Esch und die ehemalige Führung von Sal. Oppenheim.

"Meine Wahrnehmung ist, dass Herr Esch wesentlichen Einfluss auf die Bank hatte", sagte Middelhoff weiter. Wenn Esch gesprochen habe, sei für ihn klar gewesen: "Da spricht die Bank."

In dem Verfahren sind die vier früheren Gesellschafter der Bank wegen Untreue angeklagt. Ihrem Geschäftspartner, dem schillernden Bauunternehmer Esch, werfen die Ankläger Anstiftung und Beihilfe zur Untreue vor. Es geht um einen Schaden von knapp 150 Millionen Euro. Alle Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Das Schicksal der früher größten europäischen Privatbank und des von Middelhoff geführten Handelskonzerns Arcandor waren während der Finanzkrise eng miteinander verbunden. Als Großaktionär wurde Sal. Oppenheim von der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 mit in den Abwärtsstrudel gezogen. Die Deutsche Bank übernahm Sal. Oppenheim Anfang 2010 in stark verkleinerter Form.

In dem Prozess geht es unter anderem um die Frage, ob Esch eine Art graue Eminenz der Bank gewesen ist - was seine Verteidigung bestreitet. Offiziell hatte er keine Position in dem Geldinstitut inne. "Josef Esch hatte keine Detailkenntnis der Strukturen des Bankhauses", hatte sein Anwalt Eberhard Kempf im vergangenen Jahr betont. Nur in Einzelfällen habe er an Sitzungen der Bankspitze teilgenommen: "Darüber hinaus hatte Josef Esch keinen Einblick in das Bankhaus."

Middelhoff, der als prominentester Zeuge des Prozesses gilt, schilderte am Donnerstag detailliert den Einstieg von Sal. Oppenheim bei Arcandor auf dem Höhepunkt der internationalen Finanzkrise im September 2008. Middelhoff brauchte dringend neues Geld für das kriselnde Unternehmen. Bei Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz war nichts mehr zu holen.

In dieser dramatischen Situation habe er am 24. September 2008 bei einem Besuch in Eschs Heimatort Troisdorf gefragt, ob Sal. Oppenheim einen "Finanzierungsbeitrag" leisten könne. Drei Tage später überbrachte ihm Esch am Telefon die Nachricht, dass sich die Bank in der Tat engagieren könne.

yes/dpa