Schuldenkrise Autoabsatz in Spanien bricht ein
Autohändler in Nordspanien: Der Absatz von Neuwagen ist 2011 um 18 Prozent eingebrochen
Foto: Alvaro Barrientos/ ASSOCIATED PRESSParis/Madrid - Die Branchenverbände in Frankreich und Spanien haben ihre Statistiken für die Autoverkäufe im vergangenen Jahr veröffentlicht. Die beiden Länder sind für ein Viertel der Nachfrage in Europa verantwortlich und sie zeigen, dass die Menschen sich bei größeren Anschaffungen wie Autos offenbar zurückhalten.
Der spanische Automarkt schrumpfte im vergangenen Jahr gleich um fast 18 Prozent auf nur noch gut 800.000 Neuzulassungen - es ist die niedrigste Zahl seit 1993. Als Grund nannten die Branchenverbände die hohe Arbeitslosigkeit, das schwindende Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung und die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken. Auch 2012 rechnet die Branche mit einem weiteren Rückgang.
Aus deutscher Sicht gibt es einen kleinen Lichtblick: Die zum deutschen Volkswagen-Konzern gehörende Marke Seat war 2011 mit mehr als 73.000 Neuzulassungen Branchenführer in Spanien.
Franzosen lassen französische Hersteller stehen
Auch in Frankreich ging die Zahl der verkauften Neuwagen zurück, allerdings weniger stark als befürchtet. Mit 2,2 Millionen Autos wurden 2,1 Prozent weniger verkauft als im Vorjahr - die Branche hatte mit einem Rückgang um rund acht Prozent gerechnet, nachdem Ende 2010 die Abwrackprämie ausgelaufen war.
Bitter ist die Bilanz vor allem für die französischen Hersteller - ihr Neuwagenabsatz brach 2011 um sieben Prozent ein. Am stärksten betroffen, mit einem Minus von fast zehn Prozent, war die Renault -Gruppe.