Schuldenkrise Dax startet mit Verlusten
Frankfurt am Main - Die Schuldenprobleme in Europa und den USA verunsichern weltweit Anleger. "Der Markt realisiert, dass die ganze Welt im Schuldensumpf steckt", sagte ein Händler. Der Dax verlor zeitweise 3,2 Prozent, mittags lag der Leitindex noch 2,4 Prozent im Minus bei 5663 Punkten. Der EuroStoxx 50 rutschte in der Spitze um 2,7 Prozent ab.
Geschürt wurde die Nervosität von einer Warnung der Rating-Agentur Moody's an Frankreich. Die Agentur teilte mit, das Land könnte seine Spitzen-Bonitätsnote AAA verlieren, sollten die erhöhten Finanzierungskosten für längere Zeit anhalten. Zudem spitzt sich auch die Schuldenmisere in den USA zu: Die Gespräche zum US-Defizitabbau sind vorerst gescheitert - das von Präsident Barack Obama im September eingesetzte "Super-Komitee" sollte Einsparungen für die nächsten zehn Jahre im Volumen von 1,2 Billionen Dollar ausloten.
Das Defizit der USA erreichte vergangene Woche 15 Billionen Dollar - so viel wie die gesamte Wirtschaftsleistung. "Europa ist nicht allein mit den Schuldenproblemen. Die USA sind in einer politischen Sackgasse", sagte David Thebault, Chef-Händler bei Global Equities.
Der Sieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Spanien konnte an der negativen Stimmung ebenfalls nichts ändern. Die Renditen der spanischen Anleihen kletterten bis auf 6,6 Prozent. Italienische Papiere näherten sich mit einem Zins von 6,8 Prozent wieder der kritischen Sieben-Prozent-Marke und französische Bonds lagen in der Spitze bei 3,6 Prozent.
Steigende Zinsen sind ein Zeichen für das wachsende Misstrauen in die Zahlungsfähigkeit dieser Länder. Die Marke von sieben Prozent gilt als Obergrenze für eine auf Dauer tragfähige Refinanzierung an den Kapitalmärkten. "Solange bei den Renditen keine Entspannung in Sicht ist, werden sich auch die Aktienmärkte nicht beruhigen, denn jeder weiß, dass das auf Dauer nicht gutgehen kann", sagte ein Händler.
Besonders hohe Verluste verzeichneten die europäischen Banken. Vor allem französische Institute gerieten unter Druck: Die Aktien von BNP Paribas und Société Générale verbilligten sich um mehr als fünf Prozent. Im Dax rutschten die Commerzbank mit bis zu 5,5 Prozent auf ein Rekordtief von 1,37 Euro. Die Deutsche-Bank-Aktie fiel zeitweise um 4,7 Prozent auf 25,70 Euro, das ist der niedrigste Stand seit fünf Wochen.