Schuldenkrise Top-Investor Pimco wettet gegen US-Anleihen
New York - Kaum hat Barack Obama die chaotische Schlacht mit den Republikanern um den US-Haushalt überstanden, ziehen für den US-Präsidenten weitere Probleme herauf. Grund ist die Schuldenpolitik der Regierung. Der auf Anleihen spezialisierten US-Vermögensverwalter Pimco äußert sich nicht mehr nur kritisch über US-Staatsanleihen, sondern wettet seit März auch gegen die Wertpapiere.
Ein deutliches Warnsignal für Anleger hatte Pimco bereits im Februar gesetzt: Der Fonds Total Return des Anleihe-Investors mit einem Volumen von knapp 237 Milliarden Dollar hatte sich von sämtlichen US-Schuldenpapieren getrennt. Es war das bis dahin stärkste Signal, wie negativ einflussreiche Investoren die Schuldenpapiere der USA inzwischen bewerten. Im Januar hatte der Anteil von US-Staatsanleihen im Pimco-Fonds noch bei zwölf Prozent gelegen.
Im März habe der Anteil nun bei minus drei Prozent gelegen, hieß es. Damit geht Pimco sogenannte Leerverkäufe ein. Das Prinzip setzt auf einen sinkenden Wert und funktioniert so: Bei solchen Geschäften leihen sich Anleger Wertpapieren und verkaufen diese dann weiter. Geht ihre Rechung auf der der Kurs sinkt, können sie die Papiere zu einem günstigeren Preis zurückkaufen und dann wieder zurückgeben. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.
Bereits im Februar hieß es, Pimco rechne damit, dass US-Schuldenpapieren noch unattraktiver werden. Der Grund: Mitte des Jahres wird die US-Notenbank Fed ihr Programm zum Ankauf von US-Staatsanleihen beenden. Pimco rechnet zudem damit, dass die Politik des lockeren Geldes durch die US-Notenbank die Inflation weiter anheizt und dem Dollar schadet.
Erst kürzlich warnte Pimco-Chef Mohamed El-Erian vor einer Haushaltskrise in den USA. "Es besteht dann die Gefahr einer ähnlichen Situation wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008", sagte er.