Schwache Verkaufszahlen Pannenserie schmälert Boeing-Gewinn
Boeing 787 "Dreamliner" (Computeranimation): Der Aktienkurs sackt ab
Foto: HO/ AFPChicago - Der US-Flugzeughersteller Boeing hat das Jahr 2010 schwach abgeschlossen. Weil sich die großen Maschinen vom Typ 777 und 747 schlecht verkauft haben, sank der Umsatz im vierten Quartal um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 16,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel im gleichen Maße auf 1,2 Milliarden Dollar. Ohne ein sattes Steuergeschenk hätte es sogar noch düsterer ausgesehen.
Konzernchef Jim McNerney zeigte sich am Mittwoch dennoch optimistisch: Das Auftragsbuch sei dank der Erholung in der Luftfahrtbranche voll, die Verkehrsjet-Produktion für das laufende Jahr schon komplett ausverkauft.
Die Börse begeisterte das wenig: Die Boeing-Aktie fiel am Mittwoch zu Handelsbeginn um 3,6 Prozent. Hauptgrund dürfte der schwache Ausblick gewesen sein, den McNerney für 2011 gab. Demnach werde der Gewinn auch in diesem Jahr zurückgehen - vor allem, weil die beiden neuen Typen 787 "Dreamliner" und der vergrößerte Jumbojet 747-8 mit massiver Verspätung an den Start gehen.
Airbus hängt Boeing ab
Der mittelgroße Langstreckenjet "Dreamliner" kommt nach andauernden technischen Problemen erst im dritten Quartal, der vergrößerte Jumbo Mitte des Jahres. Die Fluggesellschaften warten dringend auf die Maschinen. Von der alten 747 wurde Boeing im vergangenen Jahr nicht eine einzige los.
Immerhin erwiesen sich die Kurz- und Mittelstreckenflieger der 737-Baureihe als Verkaufsrenner. Die Jets sind vergleichsweise günstig und gelten als technisch ausgereift.
2010 ist schon das achte Jahr in Folge, in dem Boeing weniger Flugzeuge ausliefert als der europäische Konkurrent Airbus. Im vierten Quartal sank die Zahl auf 116 - im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 122.