Schweizer Großbank UBS-Aktionäre verweigern Ex-Managern Entlastung
UBS-Logo in Zürich: Ex-Management nicht entlastet
Foto: Walter Bieri/ APBasel - Die Aktionäre der Schweizer Großbank UBS haben dem früheren Management um Ex-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel die Entlastung für das Jahr 2007 verweigert. Nur 46 Prozent der anwesenden Anteilseigner stimmten für eine Entlastung.
An der Generalversammlung nahmen rund 4700 Anteilseigner teil. Nach dem Debakel mit amerikanischen Ramschhypotheken und den daraus folgenden Milliardenverlusten hatte die Bank ihre Aktionäre zunächst nicht über den alten Vorstand in den Jahren 2007 und 2008 abstimmen lassen. Die Abstimmung wurde nun nachgeholt.
Unter Ospels Führung wurde die UBS zum größten Vermögensverwalter der Welt. Im Krisenjahr 2008 machte ihn jedoch die Schweizer Bankenkommission für die Verluste in Höhe von etwa 40 Milliarden Franken mitverantwortlich. Ospel trat zurück.
Für die vergangenen beiden Jahre wurde die Führung dagegen mit deutlicher Mehrheit entlastet, der derzeitige Vorstand um Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger und Konzernchef Oswald Grübel mit 85 Prozent.
Villiger bezeichnete das Votum gegen seinen Vorgänger Ospel als "klare Unmutskundgebung", die es sehr ernst zu nehmen gelte. Der Verwaltungsrat werde das Abstimmungsergebnis in einer der nächsten Sitzungen beraten und erneut prüfen, ob die Bank eine Schadensersatzklage gegen Ospel und die für 2007 verantwortliche Geschäftsleitung einreichen solle.
"Im Volk brodelt es, die hohen Boni werden nicht verstanden"
Doch viel erwarte er davon nicht: "Unsere Analyse wird wohl keine neue sein", sagte Villiger. Der UBS-Verwaltungsrat hatte bereits im Dezember auf eine Klage verzichtet, da die Bank die Erfolgsaussichten für gering hält und Negativschlagzeilen vermeiden wollte. Villiger sagte, der Verwaltungsrat werde keine sogenannte Verantwortlichkeitsklage einzureichen, solange keine neuen Erkenntnisse vorlägen. Für Privatanleger gilt eine Klage gegen die Konzernspitze als hohes Risiko.
Auch am derzeitigen Vorstand wurde bei der Generalversammlung Kritik geübt: Rund 40 Prozent der vertretenen Aktienstimmen lehnten den Vergütungsbericht der Konzernführung ab, die für 2009 rund drei Milliarden Franken Boni ausgeschüttet hatte - trotz eines Milliardenverlusts.
"Was macht Manager so unverzichtbar, dass sie hundertmal mehr verdienen als ein normaler Angestellter", empörte sich ein Kleinaktionär. "Im Volk brodelt es, die hohen Boni werden nicht verstanden", sagte ein anderer: "Ein Bonus darf nicht höher sein als der Grundlohn eines Managers."