Konzernumbau Siemens-Vorstand Süß muss Posten räumen
Siemens-Vorstand Michael Süß: Kein Eigengewächs des Konzerns
Foto: Christopher Furlong / Getty ImagesMünchen - Siemens-Chef Joe Kaeser schasst im Zuge seines geplanten Konzernumbaus Berichten zufolge auch einen Vorstandskollegen. Wie das "Handelsblatt" und die Agentur Reuters unter Berufung auf Insider melden, muss der für die Energietechnik zuständige Vorstand Michael Süß seinen Posten räumen. Seine Nachfolge solle eine amerikanische Managerin antreten. Siemens wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Auch Süß war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Reuters berichtete, intern werde Süß zur Last gelegt, er habe den Bereich dezentrale Energieerzeugung vernachlässigt. Zudem trage er als früherer Divisionschef eine Mitverantwortung für das kostspielige Ende der Partnerschaft mit dem französischen Atomkonzern Areva.
Süß gilt als kantiger Manager, der selten einem Konflikt aus dem Weg geht. Anders als die anderen Vorstände ist der 50-Jährige kein Siemens-Gewächs. Der Maschinenbauingenieur wechselte erst vor einigen Jahren vom Triebwerksbauer MTU zu Siemens . Zuvor hatte er den größten Teil seiner Karriere in der Automobilindustrie verbracht, unter anderem bei BMW und Porsche. Im Frühjahr 2011 hatte ihn Kaesers Vorgänger Peter Löscher zum Chef des Sektors Energietechnik befördert.
Der Wechsel von Süß kommt zeitlich überraschend. Siemens hat ein Angebot für die Energietechniksparte des französischen Rivalen Alstom angekündigt, um den US-Konkurrenten General Electric (GE) auszustechen.
Siemens-Chef Kaeser will am Mittwoch seine künftige Strategie für den Konzern und die Quartalszahlen vorstellen. Bereits am Dienstagabend berät der Aufsichtsrat über diese Themen. Siemens mit seinen weltweit über 360.000 Beschäftigten hinkt dem US-Konkurrenten GE in Sachen Rentabilität seit Jahren hinterher.