"Slumlord"-Klage Deutsche Bank kommt ungeschoren davon
Skyline von Los Angeles: Deutsche Bank wehrt Slumlord-Vorwurf ab
Foto: MARIO ANZUONI/ REUTERSLos Angeles - In einem viel beachteten Rechtsstreit in den USA sind neue Details bekannt geworden. Die Deutsche Bank hat sich demnach bei einem Konflikt mit der Stadt Los Angeles durchgesetzt.
Die Stadt hatte den Frankfurtern vorgeworfen, sie hätten gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen lassen und damit zum Niedergang ganzer Wohnviertel beigetragen. Die Anwälte der Metropole warfen dem Geldhaus vor, "einer der größten Slumlords der Stadt Los Angeles" zu sein.
Die Bank konnte sich nun mit ihrer Auffassung durchsetzen, sie sei schlicht der falsche Adressat für die Vorwürfe. Stattdessen zahlen die für die Häuser zuständigen Verwalter und Investoren insgesamt 10 Millionen Dollar an die Stadt. "Die Deutsche Bank leistet keinen Beitrag zu der Ausgleichszahlung", erklärte das Institut in der Nacht zu Samstag. Im Rahmen des geschlossenen Vergleichs übernehme die Bank auch "keinerlei Haftung und räumt keinerlei Fehler ihrerseits ein".
Der Finanzkonzern tritt in den USA als Treuhänder (Trustee) für institutionelle Investoren auf, die Kreditpakete aufgekauft haben. Die Deutsche Bank sorgt in dieser Rolle dafür, dass die einzelnen Investoren ihren Anteil an den laufenden Einnahmen erhalten. Um anstehende Zwangsvollstreckungen und die Verwaltung der Häuser kümmern sich dagegen die sogenannten Loan Servicer.
Die Deutsche Bank erklärte, die Parteien an einen Tisch gebracht zu haben. Der Vergleich müsse aber noch von einem Gericht abgesegnet werden. Dass sich die Beteiligten in dem seit zwei Jahren laufenden Rechtsstreit geeinigt haben, war bereits bekanntgeworden. Unklar waren bis dato die Bedingungen.