Solarworld schockiert Anleger - DER SPIEGEL
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Verlust des Grundkapitals Solarworld schockiert Anleger

Die Aussichten für Solarworld verdüstern sich. Das Unternehmen schockiert Anleger mit dem Verlust seines Grundkapitals. Der Aktienkurs rutscht zeitweise um ein Drittel ab.
Solarworld-Chef Asbeck: Hofft auf eine Sanierung seiner Firma
Solarworld-Chef Asbeck: Hofft auf eine Sanierung seiner Firma

Solarworld-Chef Asbeck: Hofft auf eine Sanierung seiner Firma

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa
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Düsseldorf - Seit Wochen verhandelt Solarworld   mit Banken und Gläubigern über einen Weg aus der Krise - nun muss der Bonner Solarkonzern auch noch einräumen, das Kapital seiner Aktionäre komplett verloren zu haben. Weitere Hiobsbotschaft: Im vergangenen Jahr lief ein Verlust von bis zu 550 Millionen Euro auf.

Anleger reagierten geschockt: Die Aktie sackte am Donnerstag um ein Drittel auf nur noch 56 Cent ab. Analysten äußerten sich indes wenig überrascht von den Problemen der einstigen Vorzeigefirma. "Es dominieren weiterhin enorme Unsicherheiten, die für Solarworld von existentieller Bedeutung sind", sagte Erkan Aycicek von der LBBW. "Andererseits könnte mit einer erfolgreichen Finanzrestrukturierung ein neuer Startpunkt für Solarworld gefunden werden."

Operative Verluste von mehr als 100 Millionen Euro und dreistellige Millionen-Abschreibungen auf Beteiligungen brachten Solarworld im vergangenen Jahr einen voraussichtlichen Verlust von 520 Millionen bis 550 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Mittwochabend einräumte. Mit einem negativen Eigenkapital von 20 bis 50 Millionen Euro ist das Unternehmen damit noch mehr als bisher von seinen Gläubigern abhängig.

Die mit Milliarden geförderte deutsche Solarbranche hatte im vergangenen Jahr infolge des erbitterten Preiskampfes mit den asiatischen Wettbewerbern einen beispiellosen Niedergang erlebt. Zahlreiche Unternehmen gingen pleite, darunter auch der einstige Branchenführer Q-Cells.

Solarworld-Chef: "Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen"

Solarworld-Chef Frank Asbeck verhandelt seit Monaten mit Banken und Anleihegläubigern über einen Ausweg aus der Krise. Experten hatten Solarworld Chancen auf eine Sanierung bescheinigt, mit der ein Unternehmen nach geltendem Recht auch im Falle einer Überschuldung um einen Insolvenzantrag herumkommt. Diese Prognose gelte weiter, teilte Asbeck mit: "Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit unseren Gläubigern, basierend auf einer positiven Fortführungsprognose." Zugleich wies er die Einschätzung von Sanierungsexperten zurück, dass die Verhandlungen bis Ende des Monats abgeschlossen sein müssten: Sie würden "ohne momentan zeitliche Limitierung" geführt, sagte der Firmengründer.

Der Verlust des Grundkapitals hat zunächst nur zur Folge, dass Solarworld umgehend eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen muss. Dort muss Asbeck den Aktionären erklären, wie er die Firma aus der Krise führen will. Wegen der laufenden Verhandlungen mit den Gläubigern hatte Solarworld im März die Vorlage seiner Geschäftszahlen für 2012 verschoben.

yes/Reuters