Sparprogramm: Ford überrascht mit Quartalsgewinn - DER SPIEGEL
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Sparprogramm Ford überrascht mit Quartalsgewinn

Nettogewinn 997 Millionen Dollar: Der zweitgrößte US-Autobauer Ford hat im dritten Quartal überraschend wieder Gewinn gemacht - dank der staatlichen Abwrackprämie und einem Programm zur Kostensenkung. Doch jetzt stockt der rigide Sparkurs.
Ford-Pickups: 2011 soll das Unternehmen wieder einen soliden Gewinn erwirtschaften
Ford-Pickups: 2011 soll das Unternehmen wieder einen soliden Gewinn erwirtschaften

Ford-Pickups: 2011 soll das Unternehmen wieder einen soliden Gewinn erwirtschaften

Foto: David Zalubowski/ AP
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Dearborn - Ford hängt die Rivalen GM und Chrysler immer weiter ab: Der zweitgrößte US-Autobauer peilt nach einem Überschuss von knapp einer Milliarde Dollar im dritten Quartal wieder "solide" schwarze Zahlen auch für das Gesamtjahr an. 2011 soll es soweit sein - und damit schneller als bisher geplant.

"Unsere Ergebnisse zeigen klar, dass Ford trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise gewaltigen Fortschritt macht", sagte Konzernchef Alan Mulally. Ford fuhr in den vergangenen drei Monaten das zweite Mal in Folge einen Überschuss von diesmal exakt 997 Millionen Dollar (675 Millionen Euro) ein. Ein Jahr zuvor hatte der Autobauer einen Verlust von 161 Millionen Dollar verzeichnet. Dabei fiel der Umsatz fiel im dritten Quartal noch einmal um 800 Millionen Dollar auf 30,9 Milliarden Dollar.

Damit schlägt sich das Unternehmen besser als die mit Milliardensummen von der US-Regierung gestützte bisherige Opel-Mutter General Motors   und auch als die US-Nummer Drei Chrysler. Deren Verkaufszahlen sind weit steiler abgestürzt, beide mussten zum Neustart durch ein Insolvenzverfahren. Ford   hatte bei der Verschuldung und der Modellpalette frühzeitiger eine Kehrtwende eingeleitet und profitierte bei den Kunden auch von den Pleiten der Rivalen. Alle US-Autobauer hatten zu lange auf spritfressende Pickups und Geländewagen gesetzt und wurden zusätzlich von der US-Rezession schwer getroffen.

Allerdings schaffte es das für Fords Schieflage verantwortliche Nordamerika-Geschäft erstmals seit Anfang 2005 vor Steuern in die schwarzen Zahlen. Ford erzielte konzernweit zusätzliche Einsparungen von einer Milliarde Dollar und profitierte von einer staatlichen Abwrackprämie. Insgesamt sind es im laufenden Jahr damit bereits 4,6 Milliarden Dollar, etwas mehr als geplant.

Ford kritisiert Staatshilfen für die Konkurrenz

Allerdings erlitt Ford bei den Kostensenkungen gerade einen herben Rückschlag: Die US-Belegschaft verweigerte weitere mit der Gewerkschaftsspitze ausgehandelte Einschnitte, wie sie GM und Chrysler in in ihren Insolvenzen erreicht hatten. Ford hatte sich mehrfach über "unfaire Vorteile" für die Konkurrenten beklagt. Auch die Hilfen für Opel schmecken dem Hersteller nicht.

In Europa erreichte Ford zuletzt einen Betriebsgewinn vor Steuern von 193 Millionen Dollar. Das ist fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel allerdings auch hier um mehr als ein Fünftel auf 7,6 Milliarden Dollar. Die zum Verkauf stehende Tochter Volvo  konnte den Betriebsverlust vor Steuern um gut 70 Prozent auf 135 Millionen Dollar verringern. Der Umsatz stieg sogar leicht auf drei Milliarden Dollar. Offizieller Favorit als Volvo-Käufer ist der chinesische Autobauer Geely.

Für die ersten neun Monate 2009 steht unter dem Strich bei Ford im fortgeführten Geschäft ein Plus von 1,8 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor lag das vergleichbare Minus bei 8,8 Milliarden Dollar. Die Zahlen fielen weit besser aus als von Experten erwartet. Die Aktie stieg im vorbörslichen US-Handel deutlich.

ore/dpa/AP/dpa-AFX