Spekulationen über Mega-Deal Milliardäre rangeln um Formel 1
Medienmogul Rupert Murdoch: Pläne für die Königsklasse des Rennsports
Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERSLondon - Seit Jahren ist Bernie Ecclestone das Gesicht der Formel 1. Doch Berichten zufolge bahnt sich in der Königsklasse im Rennsport ein Machtwechsel an. Medienmogul Rupert Murdoch sei an einem Kauf der Formel 1 interessiert, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und der britische "Guardian". Die Gespräche befänden sich noch in der Frühphase, zitiert Reuters eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
Murdoch hat sich mit dem Konzern News Corp. ein Medienimperium geschaffen. Nun wolle News Corp. ein Konsortium gründen, um die Kontrolle über die Formel 1 zu gewinnen, hieß es. Deswegen gebe es Verhandlungen mit einem großen Autokonzern, der in der Formel 1 aktiv sei.
Zudem wurde der Name des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim genannt. Murdochs Konzern führe auch mit dem laut "Forbes" reichsten Mann der Welt Verhandlungen über einen Kauf der Formel 1, berichtet der "Guardian". Offiziell hielt sich News Corp. bedeckt. Eine Sprecherin wollte "zu Gerüchten" keine Stellung nehmen. Doch auch der Nachrichtensender Sky News, der zum Murdoch-Imperium gehört, berichtet, Slim sei an Gesprächen über ein Konsortium beteiligt.
Ecclestone ist angeblich noch nicht involviert
News Corp. stehe jedoch nicht in Kontakt mit dem Formel-1-Eigner CVC Capital Partners, berichtet Reuters. Der Finanzinvestor hatte die Holding-Gesellschaft der Formelserie 2006 vom Rennsport-Magnaten Ecclestone gekauft. Das operative Formel-1-Geschäft befindet sich immer noch in den Händen des 80-jährigen Ecclestone. Er war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Die Vermarktung der Formel 1 muss Ende kommenden Jahres neu verhandelt werden. Ein Informant sagte dem "Guardian", News Corp. werde sich auf jeden Fall bis zum nächsten Treffen der Tonangebenden in der Formel 1 zurückhalten. Die Rennsportklasse wird von einem komplizierten Firmengeflecht beherrscht.
News Corp. ist bereits im Fußball groß im Geschäft. Der Konzern besitzt die Rechte für einen Großteil der Live-Übertragungen der britischen Premier League. Sollte der Konzern nun in der Formel 1 die Macht mitübernehmen, könnte dies für die BBC zum Problem werden. Derzeit hat die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt noch die Übertragungsrechte für die höchste Rennsportklasse.
Ecclestone könnte die Pläne kippen
Allerdings muss die BBC sparen - und Kritiker haben bereits in Frage gestellt, ob die Formel 1 ihr Geld wert ist. Für die Übertragung muss die Sendeanstalt jährlich rund 40 Millionen Pfund zahlen.
Doch auch News Corp. hat derzeit alle Hände voll zu tun. Der Konzern will den Bezahlsender BSkyB übernehmen, im Gegenzug soll aber der Nachrichtensender Sky News abgespalten werden und an die Börse gehen. Laut "Guardian" wird Murdoch bei seinen Formel-1-Überlegungen von der Investmentbank JP Morgan beraten.
Sky News berichtete, die Formel-1-Pläne seien in einem sehr frühen Stadium, und es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Überlegungen zerschlagen könnten. Experten erklärten, angesichts der Machtposition von News Corp. wäre ein solcher Deal wohl ein Fall für die Kartellbehörden. Zudem haben Ecclestone und andere Formel-1-Spitzenfunktionäre Vetorechte bei wichtigen Entscheidungen. So sagte ein Informant: "Solange ein Bieter - seien es News Corp. und seine Partner oder auch Konkurrenten - von Bernie nicht gutgeheißen wird, wird gar nichts passieren."