Erstmals seit Jahren Steuerschätzer wollen Prognose senken
Berlin - Der deutsche Fiskus muss sich Medienberichten zufolge auf weniger Steuereinnahmen einstellen als zunächst vorausgesagt. Die Steuerschätzer rechneten für das laufende Jahr mit einem Rückgang von vier bis fünf Milliarden Euro im Vergleich zu ihren Berechnungen von Ende Oktober 2012, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Damals waren die Experten noch von einem Betrag von 618 Milliarden Euro ausgegangen. Nun sollen es nur noch 613 bis 614 Milliarden Euro werden. Die Zeitung berief sich auf Mitglieder aus dem Kreis der Steuerschätzer, der in der kommenden Woche seine neue Vorausschau erarbeitet.
Auch das "Handelsblatt" berichtet von einem "kleinen einstelligen Milliardenbetrag", der 2013 fehlen werde, kommt aber immerhin noch auf Einnahmen von 613 bis 614 Milliarden Euro. Das wäre aber immer noch deutlich mehr als 2012. Bis 2017 würden die Steuereinnahmen bis auf etwa 700 Milliarden Euro steigen, hieß es.
Der Arbeitskreis Steuerschätzung tritt am kommenden Montag in Weimar zusammen und wird seine Beratungen am Mittwoch beenden.
Grund für den neuen Pessimismus dürfte der bisher schwache Aufschwung in Deutschland sein. Das wichtigste Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, war zuletzt zwei Monate in Folge gefallen. Große Industriekonzerne wie Siemens mussten ihre Geschäftsprognosen nach unten korrigieren.