Ver.di will Betriebsrat bei Sixt vor Gericht erzwingen - DER SPIEGEL
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Streit bei Autovermieter Ver.di will Betriebsrat bei Sixt vor Gericht erzwingen

Die Gewerkschaft Ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen den Autovermieter Sixt: Das Unternehmen habe Mitarbeitern gekündigt, die eine Betriebsratswahl organisieren wollten. Nun soll ein Gericht den Fall klären.
Ver.di-Protest vor dem Sixt-Mietwagenschalter des Frankfurter Flughafens
Ver.di-Protest vor dem Sixt-Mietwagenschalter des Frankfurter Flughafens

Ver.di-Protest vor dem Sixt-Mietwagenschalter des Frankfurter Flughafens

Foto: Arne Dedert / dpa

Der Konflikt um die Gründung von Betriebsräten beim Autovermieter Sixt ist vor dem Arbeitsgericht Frankfurt gelandet. Die Gewerkschaft Ver.di will dort die Einsetzung eines Wahlvorstandes für die Betriebsratswahl am Standort Frankfurter Flughafen gerichtlich erzwingen. Sixt bezweifelte in dem Prozess, dass die Gewerkschaft überhaupt Mitglieder in der Belegschaft habe.

Dem Prozess vorangegangen ist ein heftiger Konflikt bei der Autovermietung, die bei mehr als 7000 Beschäftigten weltweit an keinem einzigen Standort einen Betriebsrat hat. Am Frankfurter Flughafen mit rund 30 Angestellten sollte eigentlich im Oktober vergangenen Jahres ein Wahlvorstand gewählt werden. Doch drei von vier Initiatoren sahen sich unmittelbar vor der entscheidenden Versammlung mit fristlosen Kündigungen konfrontiert.

Ähnliches hatte sich am Flughafen Düsseldorf ereignet, so dass Ver.di nun den Vorwurf gegen das Unternehmen erhebt, die geplanten Betriebsratswahlen gezielt zu behindern. Insbesondere solle auch die Bildung eines Konzern-Betriebsrats verhindert werden, der bei zwei Gremien an unterschiedlichen Orten möglich würde.

Das Unternehmen weist das strikt zurück. Die Sixt-Pressestelle erklärt: »Es ist allein die Entscheidung der Belegschaft, ob sie einen Betriebsrat möchte. Wenn die Belegschaft einen Betriebsrat wünscht, wird Sixt dies unterstützen.« Die Entlassungen in Düsseldorf hätten nichts mit den dortigen Wahlvorbereitungen zu tun und in Frankfurt gehe es um persönliche Verfehlungen der Mitarbeiter. Man gehe davon aus, dass das Arbeitsgericht die Kündigungen gegen die früheren Mitarbeiter bestätigen werde.

Die Gewerkschaft Ver.di hatte bereits am Morgen eine Mahnwache am Flughafen veranstaltet. Man rechne damit, dass im Termin deutlich werde, dass es am Ende des Verfahrens eine Betriebsratswahl bei Sixt am Frankfurter Flughafens geben werde, sagte Ver.di-Sekretär Philipp Schumann. »Der Gesetzgeber hat die gerichtliche Bestellung vorgesehen, damit findige Arbeitgeber nicht schon im Vorfeld durch Schikanen eine Betriebsratswahl verhindern können.«

hej/dpa

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