Strenesse wirft Vorstandschef raus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mode Showdown bei Strenesse

Bei dem schwäbischen Modekonzern Strenesse knirscht es erneut: Das angeschlagene Familienunternehmen will nach SPIEGEL-Informationen seinen Vorstandschef loswerden. Das allerdings scheint am zuständigen Sachwalter zu scheitern.
Von Susanne Amann und Isabell Huelsen
Strenesse-Modenschau (Archiv): Strehle befürchtet Zerschlagung des Unternehmens
Strenesse-Modenschau (Archiv): Strehle befürchtet Zerschlagung des Unternehmens

Strenesse-Modenschau (Archiv): Strehle befürchtet Zerschlagung des Unternehmens

Foto: Arno Burgi/ picture-alliance/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Hauptversammlung war spontan anberaumt worden und dauerte nicht lange. Am Freitagvormittag trafen sich die Mitglieder der Familie Strehle in einer Münchner Anwaltskanzlei. Lange Diskussionen gab es nicht, denn man war sich einig: Der Aufsichtsrat des schwäbischen Modekonzerns solle den jetzigen Vorstand, den Restrukturierungsverwalter Michael Pluta, abberufen. Was der unmittelbar im Anschluss tagende Aufsichtsrat unter der Führung von Gerd Strehle auch tat.

Der zuständige Sachwalter, der Anwalt Jörg Nerlich, hat dem Beschluss allerdings nicht zugestimmt, damit bleibt Pluta vorerst im Amt. Die Familie Strehle befürchtet, Pluta wolle Strenesse an Investoren verkaufen, die das Unternehmen offenbar zerschlagen und nicht fortführen wollen. Ein alternatives Angebot eines Branchenkonsortiums, das die Familie bevorzuge, habe Pluta nicht berücksichtigt, hieß es aus unternehmensnahen Quellen.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten in den Schlagzeilen

Strenesse hat im April 2014 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und wird seither von Insolvenzverwalter Pluta geführt. Das Unternehmen gehört mehrheitlich der Familie Strehle. Junior Luca Strehle war bis zur Insolvenz Vorstandschef. Die Marke wurde vor allem durch Gabriele Strehle international bekannt - die Frau des Firmengründers Gerd Strehle. Das Glamourpaar lieferte sich in den vergangenen Jahren allerdings einen Rosenkrieg, das Unternehmen selbst war zuletzt hauptsächlich wegen finanzieller Schwierigkeiten in den Schlagzeilen.

Vor der Insolvenz hatte sich Strenesse zwölf Millionen Euro über eine Mittelstandsanleihe besorgt, konnte die Rückzahlung dann aber nicht finanzieren. Die Familie Strehle befürchtet, dass die Gläubiger bei dem von Pluta favorisierten Verkauf nur einen geringen Anteil ihres Geldes zurückbekommen würden.