Tankstellen müssen Spritpreise melden - DER SPIEGEL
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Startschuss für Transparenzoffensive Tankstellen müssen Spritpreise melden

Für die Tankstellen wird es ernst: Seit diesem Samstag müssen sie ihre Kraftstoffpreise an die neue Transparenzstelle beim Bundeskartellamt melden. Doch die Kunden haben vorerst noch nichts davon.
Shell-Tankstelle in Hamburg: Preismeldepflicht ab 31. August
Shell-Tankstelle in Hamburg: Preismeldepflicht ab 31. August

Shell-Tankstelle in Hamburg: Preismeldepflicht ab 31. August

Foto: Christian Charisius/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Tankstellen müssen seit diesem Samstag ihre Preise für Benzin und Diesel an die neue Benzin-Transparenzstelle melden. Damit erreichen die Vorbereitungen für die amtliche Benzinpreisüberwachung ihre heiße Phase. Vor zwei Wochen hatten sich 13.000 der rund 14.500 Tankstellen in Deutschland mit ihren Geodaten und Öffnungszeiten bei der Markt-Transparenzstelle angemeldet. Nun beginnt die Lieferpflicht der Tankstellen für ihre Daten.

Der Autofahrer hat davon erst mal noch nichts. Doch noch im Sommer, so ist die offizielle Sprachregelung des Bundeskartellamtes, soll die beim Bundeskartellamt angesiedelte Transparenzstelle offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Also in den nächsten drei Wochen, dann beginnt der Herbst. Die Autofahrer können dann künftig die Benzin- und Dieselpreise der Tankstellen ohne Zeitverzug über Smartphone-Apps und Navigationsgeräte abrufen und vergleichen.

Der Bundestag hatte die Markt-Transparenzstelle für Kraftstoffe im vergangenen Jahr per Gesetz beschlossen, um den Informationsstand der Autofahrer zu verbessern und die Spritpreise zu stabilisieren. Benzin- und Dieselpreise konnten bislang schon im Internet oder per Smartphone-App abgerufen werden. Doch die Daten waren nicht immer zuverlässig.

Mit der Markt-Transparenzstelle erhalten die Autofahrer quasi amtliche Angaben, die von den Tankstellen auf einer gesetzlichen Grundlage geliefert werden müssen. Eine staatliche Preiskontrolle ist damit nicht verbunden. Die Daten werden privaten Anbietern von Apps und Navigationssystemen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren Produkten weiterverbreiten. Möglicherweise werden die Daten zu Beginn nur auf Webseiten im Internet abrufbar sein, weil die Apps für mobile Telefone zunächst geprüft und zertifiziert werden müssen. Ob die Apps gratis oder gegen einen Geldbetrag abgegeben werden, entscheidet der Anbieter. Bislang sollen sich fünf Verbraucher-Informationsdienste an den Tests beteiligen, darunter der ADAC und clever-tanken.de.

Auswirkungen auf die Preise noch unklar

Über die Auswirkungen der erhöhten Markttransparenz sind sich Experten nicht einig, da keine vergleichbaren Erfahrungen vorliegen. Es gibt verschiedene Szenarien. Das Auf und Ab der Preise, das sich seit Jahren immer mehr beschleunigt hat, könnte einerseits einem stabileren Preisgefüge auf etwas höherem Niveau Platz machen. Denn nicht nur die Autofahrer, auch die Anbieter verfügen nun über vollständige Markttransparenz. Es wäre aber auch denkbar, dass sich der Wettbewerb verschärft und die Preise noch stärker schwanken als bislang.

ric/dpa