Tarifstreit Air Berlin einigt sich mit Piloten
Maschinen von Air Berlin in Düsseldorf: Zahlreiche Flugausfälle im Tarifkonflikt
Foto: Roberto Pfeil/ APBerlin/Frankfurt am Main - Beim Billigflieger Air Berlin und seiner Tochter LTU ist der Tarifstreit mit den Piloten beendet. Air Berlin und LTU hätten mit der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) einen Abschluss für das Cockpitpersonal erzielt, teilte Air Berlin und die Gewerkschaft am Freitag mit. Der Vertrag sehe unter anderem einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2010 vor. Im Gegenzug gebe es für den Zeitraum aber keine tarifmäßigen Gehaltssteigerungen. Ein weiterer Punkt der Einigung sei "eine Besitzstandswahrung" für das LTU-Cockpitpersonal.
Die Einigung sieht zudem eine Gehaltsgarantie für das Cockpitpersonal vor, teilte Air Berlin mit. Das Cockpitpersonal bei Air Berlin und LTU werde 2009 monatlich für mindestens 68 Flugstunden bezahlt, ab 2010 für mindestens 69 Stunden. Dadurch hätten die Piloten eine Absicherung für Situationen, wenn etwa wegen saisonaler Schwankungen einmal weniger geflogen werde, sagte VC-Verhandlungsführer Ingolf Schumacher.
Jetzt müssen die Beschäftigten in einer Urabstimmung dem Abschluss ihrer Gewerkschaft zustimmen. Die Unterlagen für die Abstimmung würden kommende Woche versandt, das Votum ende in der ersten November-Hälfte.
In den Verhandlungen war bislang insbesondere die Eingliederung von LTU bei Air Berlin ein Knackpunkt. LTU gehört seit 2007 zur Air Berlin. Als eigenständige Marke existiert der traditionsreiche Ferienflieger jedoch heute nicht mehr. Die LTU-Flugzeuge wurden umlackiert, Air Berlin wickelt seine Langstreckenflüge aber nach wie vor überwiegend mit Personal der LTU ab. Von den insgesamt 1240 Piloten der Gruppe sind rund 340 von LTU. In den vergangenen Monaten hatten die LTU-Piloten mit Warnstreiks mehrfach für Verzögerungen im Flugverkehr gesorgt.