Tarifstreit: Fluglotsen wollen streiken - DER SPIEGEL
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Tarifstreit Fluglotsen wollen streiken

Deutschlands Fluglotsen machen Ernst: Ihre Gewerkschaft hat nach gescheiterten Tarifgesprächen Streiks angekündigt. Beginn und Dauer des Arbeitskampfs sollen Unternehmen und Passagiere erst 24 Stunden vorher erfahren.
Fluglotsen in Dresden: Gewerkschaft sieht "derzeit keine andere Möglichkeit" als Streiks
Fluglotsen in Dresden: Gewerkschaft sieht "derzeit keine andere Möglichkeit" als Streiks

Fluglotsen in Dresden: Gewerkschaft sieht "derzeit keine andere Möglichkeit" als Streiks

Foto: ddp
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Frankfurt am Main - Deutschlands Fluglotsen haben einen Streik angekündigt. Der Bundesvorstand der Fluglotsengewerkschaft GdF hat dies bekanntgegeben, nachdem die Tarifgespräche mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) gescheitert waren.

Die Gewerkschaft sehe "derzeit keine andere Möglichkeit", ihre Forderungen durchzusetzen, sagte GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang am Freitag. Ein entsprechender Beschluss sei einstimmig bei einer Enthaltung gefallen. Zuvor hatte die Tarifkommission die Verhandlungen zur "Neufassung der Sonderregelungen" für gescheitert erklärt.

"Der Beginn der Maßnahmen ist völlig offen", sagte GdF-Vorstandsmitglied Markus Siebers. Über Beginn und Dauer möglicher Streiks werde in der kommenden Woche entschieden. Wie bereits in der Vergangenheit sollen Informationen 24 Stunden vor Streikbeginn bekanntgegeben werden. Fliegerische Notfälle sollen trotz des Ausstands abgefertigt werden.

Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen nach GdF-Angaben Entlastungen für Fluglotsen. Der sogenannte Belastungsausgleich werde vor dem Hintergrund des sich ständig verändernden Flugaufkommens jährlich neu verhandelt.

Laut Arbeitgebern hatte die Gewerkschaft an einigen Standorten trotz gesunkenen Verkehrsaufkommens auf einer Kürzung der Arbeitszeit bestanden, was zu einem höheren Personalbedarf geführt hätte. DFS-Arbeitsdirektor Jens Bergmann hatte am Donnerstag die Forderungen der Gewerkschaft als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet und eine Rückkehr der Gewerkschaft an den Verhandlungstisch gefordert.

In Deutschland arbeiten nach GdF-Angaben rund 5500 Beschäftigte bei der Flugsicherung, davon rund 2400 Fluglotsen. Die Gewerkschaft vertritt nach eigenen Angaben rund 3200 Mitarbeiter.

Erst vor zwei Tagen hatten sich die Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit auf eine Schlichtung ihres Tarifstreits geeinigt. Der für die kommende Woche angekündigte Streik der Piloten ist damit vom Tisch. Die Piloten hatten bis zuletzt mit einem Streik vom 13. bis 16. April gedroht. Die Lufthansa sei in den vergangen beiden Tagen auf die Gewerkschaft zugegangen, so das Unternehmen. Man habe eine Schlichtungsvereinbarung unterschrieben.

lgr/ddp/dpa/AP/AFP

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