IT-Tochter T-Systems Telekom will Tausende Stellen streichen
T-Systems in Frankfurt am Main: Pläne sollen Aufsichtsrat vorgelegt werden
Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpaBerlin - Bei der Telekom-Tochter T-Systems drohen radikale Einschnitte. Wie das "Handelsblatt" berichtet, könnten durch die Neuausrichtung der IT-und Großkundensparte des Konzerns Tausende Stellen gestrichen werden. Der Konzernvorstand will nach Informationen des "Handelsblatts" dem Aufsichtsrat entsprechende Pläne schon auf der kommenden Sitzung am 12. Dezember vorlegen.
Die Sparte beschäftigt den Angaben zufolge derzeit in Deutschland 29.000 Mitarbeiter. 4000 bis 6000 davon sollen in den kommenden drei Jahren abgebaut oder verlagert werden.
Die Gewerkschaften warnen sogar vor einem Abbau von 8000 Stellen. Erstmals in der Geschichte der Telekom könne es auch betriebsbedingte Kündigungen geben, fürchten sie und kündigten entsprechenden Widerstand an. "Wenn das so ist, machen wir das nicht mit", sagte der Ver.di-Bundesvorstand und stellvertretende Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder dem "Handelsblatt".
Auch im Ausland stehen Kürzungen an
Ein Telekom-Sprecher wollte die Zahlen auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Die Pläne müssten nun erst einmal dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Der Sprecher verwies darauf, dass es bei T-Systems in den vergangenen Jahren immer wieder Schwankungen beim Personal gegeben habe. Dies sei bei einem Unternehmen normal, das die IT von Großkonzernen manage, weil man immer auch Sparvorgaben der Auftraggeber beachten müsse.
T-Systems gilt als Sorgenkind des Konzerns. Das Geschäft ist wettbewerbsintensiv und wirft nur geringe Gewinne ab. Dem Bericht zufolge will T-Systems stärker auf digitale Geschäftsfelder wie Cloud-Services und Plattformen setzen. Hier verspreche sich T-Systems-Chef Reinhard Clemens gleich zweistellige Gewinnmargen.
Das Outsourcing-Geschäft werde als zweites Standbein beibehalten, der Konzern wolle sich aber von ganzen Bereichen trennen. Auch bei mehreren Auslandstöchtern stehen laut "Handelsblatt" Kürzungen an: So gebe es Überlegungen, sich vom Spaniengeschäft zu trennen, die Tochter in Frankreich soll schrumpfen.