Thomas Middelhoff hat "mindestens 50 Gläubiger" - DER SPIEGEL
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Ex-Arcandor-Chef Middelhoff hat "mindestens 50 Gläubiger"

Der frühere Top-Manager Thomas Middelhoff schuldet deutlich mehr Menschen Geld als bislang bekannt. Sein Insolvenzverwalter bezifferte die Zahl der Gläubiger auf mindestens 50.
Middelhoff vor Gericht (im Juni 2014): Das Verfahren könnte Jahre dauern
Middelhoff vor Gericht (im Juni 2014): Das Verfahren könnte Jahre dauern

Middelhoff vor Gericht (im Juni 2014): Das Verfahren könnte Jahre dauern

Foto: Federico Gambarini/ picture alliance / dpa
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Der frühere Arcandor- und Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff sieht sich mit den Forderungen von "mindestens 50 Gläubigern" konfrontiert. Das sagte Middelhoffs vorläufiger Insolvenzverwalter Thorsten Fuest der Deutschen Presseagentur. Die Zahl ergebe sich aus der Erklärung, mit der Middelhoff am Dienstag beim Amtsgericht Bielefeld Privatinsolvenz beantragte.

Die Höhe der Verbindlichkeiten sei allerdings zurzeit "seriös nicht ansatzweise zu beziffern", so Fuest. Erhebliche Teile der Forderungen an Middelhoff seien rechtlich umstritten und beschäftigten derzeit die Gerichte. Ein Beispiel sei der Rechtsstreit des Managers mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim, in dem es um einen dreistelligen Millionenbetrag geht.

Fuest betonte, sein erstes Ziel sei es nun, Klarheit in die Vermögensverhältnisse zu bringen und dann das Vermögen des Schuldners im Interesse der Gläubiger gleichmäßig zu verteilen. Dazu müssten aber sämtliche Konflikte rechtskräftig beendet sein. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass das Verfahren Jahre dauere.

Für Middelhoff biete das Insolvenzverfahren die Chance, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter. Schulden, die aus dem Vermögen nicht befriedigt werden können, könnten im Rahmen des Verfahrens von Amtswegen entfallen. Er habe sich bislang noch nicht mit Middelhoff persönlich getroffen, werde dies jedoch sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt tun, sagte Fuest.

Middelhoff hatte am Dienstag Antrag auf Privatinsolvenz gestellt. Der frühere Chef des einstigen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war am 14. November vom Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Der Bundesgerichtshof wird wohl erst in einigen Monaten über seine Revision entscheiden.

dab/dpa