Angeschlagener Konzern ThyssenKrupp-Aktie bricht ein
Zentrale von ThyssenKrupp in Essen: Schlusslicht im Dax
Foto: Federico Gambarini/ picture alliance / dpaFrankfurt am Main - Schwarzer Tag für ThyssenKrupp : Die Aussicht auf eine Kapitalerhöhung hat die Aktien zeitweise um mehr als acht Prozent gedrückt. Der Kurs sackte auf den tiefsten Stand seit Anfang Oktober. ThyssenKrupp bildete damit das Schlusslicht im Dax . Der Leitindex notierte nur leicht im Minus.
Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte bei der Bilanzvorlage erneut negative Nachrichten präsentiert. Der Konzern fuhr einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden Euro ein. Zudem bestätigte das Unternehmen Pläne für eine Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu zehn Prozent des Kapitals.
Die Pläne zum Verkauf der beiden Problem-Stahlwerke in Übersee konnte Hiesinger nur zum Teil umsetzen. Während die US-Fabrik für rund 1,1 Milliarden Euro an ArcelorMittal und Nippon Steel geht, bleibt das Unternehmen auf dem Werk in Brasilien sitzen. Zudem muss Thyssen den 2012 mit dem finnischen Outokumpu-Konzern vereinbarten milliardenschweren Verkauf der Edelstahltochter Inoxum teilweise rückabwickeln. Die Lage etwas entspannen sollen nun weitere Einsparungen und eine Kapitalerhöhung von bis zu zehn Prozent. Diese könnte rund eine Milliarde Euro in die klamme Kasse des Mischkonzerns spülen.
"Auch wenn das US-Stahlwerk verkauft werden konnte, blieb der große Coup aus", urteilt DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp in einem Kommentar. "Die Tatsache, dass der Inoxum-Deal zum Teil rückabgewickelt werden muss, ist zudem ein großer Rückschritt." Die Neuorientierung des Konzerns sei wohl komplexer und bedürfe einer längeren Zeit als bislang angenommen.