Seitenwechsel Ex-IG-Metall-Landeschef geht zu ThyssenKrupp
Oliver Burkhard: Von der IG Metall in den Vorstand von ThyssenKrupp
Foto: Federico Gambarini/ dpaEssen - Ein durchsetzungsstarker Pragmatiker mit Verhandlungsgeschick - so charakterisieren Beobachter den früheren IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard. Er kann diese Fähigkeiten ab April 2013 bei ThyssenKrupp unter Beweis stellen. Denn der Stahlkonzern beruft den 40-Jährigen zum Arbeitsdirektor, wie das Unternehmen mitteilte. Burkhard soll die Nachfolge von Ralph Labonte antreten, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet.
Burkhard stand von 2007 bis Oktober 2012 an der Spitze der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, dem mit 560.000 Mitgliedern bundesweit stärksten Bezirk der Gewerkschaft. Er war nach Absprache mit den Arbeitnehmervertretern und der Arbeitgeberseite von der Gewerkschaft für die Position des Arbeitsdirektors vorgeschlagen worden.
Als Gewerkschaftschef hatte Burkhard unter anderem mit Vertretern von ThyssenKrupp, Salzgitter und weiteren Konzernen über höhere Löhne für die Stahlkocher gestritten. Er hatte mit einer Lohnerhöhung um 5,2 Prozent einen der höchsten Abschlüsse seit Jahren durchgesetzt.
Nun wird er bei ThyssenKrupp darauf achten müssen, dass der Konzern sein Budget im Griff behält, denn der Stahlkonzern steckt mitten im Umbau. ThyssenKrupp hat mit massiven Problemen in seinem Stahlgeschäft in Brasilien und den USA zu kämpfen. In Deutschland sind rund 2000 Beschäftigte von ThyssenKrupp Steel Europe in Kurzarbeit. Die Technologiesparte Aufzüge- und Anlagenbau soll deutlich aufgewertet werden. Dies wird sich kaum gegen die Interessen der Beschäftigten durchsetzen lassen.
ThyssenKrupp beschäftigt weltweit rund 155.000 Mitarbeiter, davon 58.000 in Deutschland.