Abgas-Experimente Grünen-Abgeordneter stellt Strafanzeige wegen Tierquälerei und Körperverletzung
Symbolbild
Foto: Alexander Rüsche/ picture alliance / Alexander Rüsche/dpaVW gibt sich "fassungslos" angesichts der bekannt gewordenen Abgasversuche an Affen und Menschen - doch die Praktiken könnten ein juristisches Nachspiel für den Konzern haben. Der grüne Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar hat bei der Staatsanwaltschaft Aachen Strafanzeige wegen Tierquälerei und Körperverletzung eingereicht.
Die Anzeige, die dem SPIEGEL vorliegt, richtet sich gegen den Vorstand der von der deutschen Autoindustrie getragenen "Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) sowie gegen unbekannt.
"Die Auftraggeber haben bewusst Schäden und Leiden bei Menschen und Tieren in Kauf genommen", sagt Grünen-Politiker Gelbhaar. Hintergrund sind zwei Studien, die von der EUGT gefördert wurden. In den USA mussten Affen vier Stunden lang Dieselabgase einatmen. In Aachen inhalierten 25 Freiwillige drei Stunden lang geringe Mengen Stickstoffdioxid.
Die Studie in Aachen wurde 2013 - also vor Bekanntwerden des Dieselskandals - von renommierten Forschern der Hochschulen RWTH Aachen, TU München sowie LMU München durchgeführt. Die Teilnehmer hatten den Tests zugestimmt.
Der Abgeordnete Gelbhaar hält die Zustimmung allerdings für unerheblich, da es sich nicht um Experimente im Dienste der Wissenschaft gehandelt habe, sondern allein um das Ziel gegangen sei, "eine Technologie besser zu verkaufen". Dieses Verhalten sei "massiv unethisch", so Gelbhaar.