Fehlende Genehmigungen Intel stoppt milliardenschwere Übernahme
Intel-Logo: Pläne geplatzt
Foto: Mike Blake/ReutersDer US-Chipkonzern Intel gibt seine Pläne für die milliardenschwere Übernahme des israelischen Halbleiterkonzerns Tower Semiconductor wegen fehlender Genehmigungen auf. Kurz vor Ablauf der Frist zum Abschluss des Deals sei es nicht mehr möglich, rechtzeitig alle nötigen Freigaben zu bekommen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Intel zahlt nun 353 Millionen Dollar Entschädigung an Tower Semiconductor. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits zuvor berichtet, dass Intel das Vorhaben wegen ausbleibender Genehmigungen aus China abbläst.
Zwischen den USA und China gibt es derzeit Streit um Technologiekomponenten. Washington will Peking den Zugang zu fortschrittlicher Technik rund um Chips und künstliche Intelligenz möglichst verwehren, die Volksrepublik kontert ihrerseits mit Exportverboten für wichtige Rohstoffe.
Weitere Kooperation angestrebt
Intel hatte im Februar 2022 angekündigt, Tower für 5,4 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Intel wollte damit seine Fertigungskapazitäten ausbauen, auch um dem weltgrößten Chipauftragsfertiger TSMC aus Taiwan mehr entgegensetzen zu können.
Intel-Chef Pat Gelsinger betonte nach dem Aus für den Zukauf, dass die Auftragsfertigung für Intel weiter ein wichtiger Bestandteil bleibe. Man werde mit Tower weiter nach Möglichkeiten zur Zusammenarbeit suchen.
Anleger hatten ein Scheitern des Zukaufs bereits weitgehend eingepreist. In den USA notierte Aktien von Tower Semiconductor haben dieses Jahr bereits mehr als ein Fünftel an Wert verloren. Am Vorabend schlossen sie bei 33,78 Dollar und damit weit unter dem angebotenen Übernahmepreis von 53 Dollar je Aktie.
Sowohl Intel als auch TSMC wollen in Deutschland investieren. Der US-Chipkonzern will bei Magdeburg eine Fertigung aufbauen , die von den Steuerzahlern mit zehn Milliarden Euro subventioniert wird. Dafür verspricht der Hersteller 3000 neue Jobs. Die Region erhofft sich einen regelrechten Wirtschaftsboom.
Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat angekündigt , bis zum Jahr 2027 ein Halbleiterwerk in Dresden zu errichten. Geplant sind ebenfalls Subventionen in Milliardenhöhe.