Neubau in den USA dank Trump? Intel täuscht Öffentlichkeit mit neuer Chipfabrik
Intel-Chef Brian Krzanich
Foto: Intel Corporation / dpaEs war eine medienwirksame Ankündigung: Brian Krzanich, Chef des Chipherstellers Intel, steht im Oval Office neben Donald Trump und verkündet vor Fernsehkameras und Mikrofonen, dass sein Unternehmen für sieben Milliarden Dollar ein Werk in Arizona bauen und 3.000 Arbeitsplätze schaffen will. Seine Firma tue das, weil man damit die neue Steuer- und Regulierungspolitik Trumps, die Vorteile für die Produktion in den USA schaffe, unterstütze. Ein Sprecher der Regierung pflichtet ihm bei: Die Entscheidung des Chipherstellers sei ein "Beleg für den Erfolg der neuen Wirtschaftspolitik" in den USA.
Allerdings sind die Pläne gar nicht neu. Das "Fab 42" genannte Werk war zuvor schon von Barack Obama gefeiert worden. Er hatte die Fabrik bereits vor fünf Jahren als Beispiel gelobt für ein "Amerika, das die nächste Generation von Jobs im verarbeitenden Gewerbe anzieht".
Thank you Brian Krzanich, CEO of @Intel. A great investment ($7 BILLION) in American INNOVATION and JOBS! #AmericaFirst🇺🇸 pic.twitter.com/76lAiSSQ1l
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) February 8, 2017
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Damit steht Intel nicht alleine. Etliche Unternehmen haben seit dem Wahlsieg Trumps, der vehement mehr Produktion und Jobs in den USA fordert, Werbung für ihre Investitionspläne im Land gemacht. Häufig ging es dabei aber um bereits zuvor bekannte Projekte.
Intel kämpft derzeit damit, sich aus der Abhängigkeit vom schrumpfenden PC-Markt zu befreien. Mit der neuen Hightech-Fabrik will die Firma die Fertigung der nächsten Chip-Generationen forcieren. Deshalb wird die Produktion stärker auf Rechenzentren und Cloud-Computing sowie die Vernetzung von Alltagstechnik und Maschinen im Internet der Dinge ausgerichtet. Im April 2016 hatte der Konzern angekündigt, im Rahmen dieser Umstellung 12.000 Jobs zu streichen.