Tschüss GmbH: Opel wird wieder Aktiengesellschaft - DER SPIEGEL
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Tschüss GmbH Opel wird wieder Aktiengesellschaft

Der deutsche Autohersteller Opel soll etwas unabhängiger vom US-Mutterkonzern GM werden. Laut Betriebsrat wird die Adam Opel GmbH schon bald in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Mitarbeiter hätten dann deutlich mehr Mitspracherechte.
Opel-Produktion (in Bochum): Arbeitnehmer dürfen bei künftiger Modellplanung mitreden
Opel-Produktion (in Bochum): Arbeitnehmer dürfen bei künftiger Modellplanung mitreden

Opel-Produktion (in Bochum): Arbeitnehmer dürfen bei künftiger Modellplanung mitreden

Foto: DDP
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Düsseldorf - Geplant war es schon länger, nun wird es konkret: Die deutsche GM-Tochter Opel treibt ihre Umwandlung in eine Aktiengesellschaft voran. "Wir werden bereits in den nächsten Tagen den Grundsatzbeschluss für eine Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine AG fällen", sagte Konzernbetriebsratschef Klaus Franz dem "Handelsblatt". Nach Informationen der Zeitung aus Konzernkreisen ist die entscheidende Sitzung für Donnerstag angesetzt.

Die neue Gesellschaftsform soll die Mitsprachemöglichkeiten der Arbeitnehmer erweitern. Beispielsweise wird es nach Angaben von Franz im neuen Aufsichtsrat der Opel AG einen gemeinsam von Arbeitnehmern und Kapitalvertretern besetzten Produktplanungsausschuss geben. Er soll über die künftige Modellplanung von Opel beschließen.

Zur Einigung auf die neue Rechtsform war es bereits vor drei Monaten gekommen. Allerdings hatte Opel-Chef Nick Reilly bislang nur vage angekündigt, die Umfirmierung in eine AG solle noch im laufenden Jahr vollzogen werden.

Die Vorfestlegung vor drei Monaten war auf Druck der Arbeitnehmer erfolgt, die im Gegenzug Lohnzugeständnisse machten. Ziel ist die größere Eigenständigkeit von Opel - insbesondere in Produktfragen - gegenüber dem amerikanischen Mutterkonzern.

Probleme mit Zeitplan für GM-Börsengang

Erst 2005 war die Adam Opel AG nach mehr als 70 Jahren in eine GmbH umgewandelt worden. Damals war das Ziel, dem Mutterkonzern mehr Mitsprache bei Entscheidungen einzuräumen. Nach der großen Opel- und GM-Krise im vergangenen Jahr ist nun wieder das Gegenteil angesagt: Der deutsche Hersteller soll ein Stück weit unabhängiger werden.

Probleme gibt es unterdessen mit dem Zeitplan für den geplanten GM-Börsengang. Ein entsprechender Antrag des US-Autobauers verzögert sich Insidern zufolge. Eigentlich war der Schritt Ende vergangener Woche erwartet worden. Der kurzfristig bekanntgegebene Wechsel an der Unternehmensspitze hatte den Zeitplan aber durcheinandergebracht. GM-Chef Ed Whitacre war in der vergangenen Woche überraschend zurückgetreten. Sein Nachfolger wird Daniel Akerson.

Die US-Regierung hatte den einst weltgrößten Autobauer 2009 mit 50 Milliarden Dollar an Steuergeldern vor dem Aus gerettet. Seither hält der Staat knapp 61 Prozent an GM. Nach einer kurzzeitigen Insolvenz schreibt der Konzern wieder Gewinne. In Finanzkreisen wird erwartet, dass das Volumen des Börsengangs zwischen 15 Milliarden und 20 Milliarden Dollar liegen könnte. Es wäre einer der größten Börsengänge aller Zeiten.

wal/dpa-AFX/Reuters

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