TV-Hersteller Loewe kämpft gegen die Pleite
Fernseher von Loewe: Schutzschirmverfahren beantragt
Foto: Rainer Jensen/ picture alliance / dpaKronach - Der deutsche TV-Hersteller Loewe will Gläubigerschutz beantragen. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, es werde beim Amtsgericht Coburg einen Antrag auf Einleitung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung einreichen. Die Firma aus dem fränkischen Kronach will sich damit drei Monate Luft für eine Umstrukturierung verschaffen.
Der Aktienkurs von Loewe brach unmittelbar nach Veröffentlichung der Mitteilung ein - in der Spitze um rund 27 Prozent auf 1,45 Euro. Später erholte sich die Aktie wieder etwas und notierte am späten Vormittag bei rund 1,80 Euro.
Deutschland hat das Schutzschirmverfahren im vergangenen Jahr als besondere Form des Insolvenzverfahrens eingeführt, um angeschlagenen Unternehmen die Angst vor dem Insolvenzrichter zu nehmen. Voraussetzung ist, dass eine Zahlungsunfähigkeit lediglich droht, aber noch nicht eingetreten ist.
Loewe ist ein Hersteller exklusiver Fernsehgeräte und Lautsprechersysteme und eines der letzten vergleichbaren Unternehmen in Deutschland. Es soll weiter vom bestehenden Vorstand geführt werden. Der Hersteller hatte zuletzt mitgeteilt, dass aufgrund hoher Verluste mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei und berief eine Hauptversammlung für Ende Juli ein.
Loewe kämpft seit Jahren mit Problemen. Vor allem koreanische Konkurrenten wie Samsung oder LG setzen der Firma zu. In Asien wird in großen Stückzahlen produziert - und damit auch viel günstiger als in Deutschland. Die Modelle kosten oft nur einen Bruchteil der Loewe-Geräte.
Stellenstreichungen, Chefwechsel und die Suche nach neuen Märkten und Produkten haben bisher nichts genutzt. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres sank der Umsatz um 35 Prozent auf 43,5 Millionen Euro. Bis April hatte der Konzern bereits jeden fünften Mitarbeiter entlassen.