Geklaute Robotertechnologie? Ex-Uber-Chef Kalanick in Spionageprozess belastet
Uber-Wagen in New York
Foto: Eduardo Munoz / REUTERSDie Google-Schwesterfirma Waymo hat zum Auftakt des Prozesses um Technologie-Diebstahl zugunsten von Uber den früheren Chef des Fahrdienstleisters attackiert. Ex-Chef Travis Kalanick habe bewusst darauf gesetzt, mit gestohlener Roboterwagen-Technologie des Konkurrenten die eigene Entwicklung selbstfahrender Autos voranzubringen.
"Verlieren war keine Option", sagte Waymo-Anwalt Charles Verhoeven zu Beginn des Prozesses. "Sie hätten alles gemacht, was nötig gewesen wäre, egal was."
Uber hatte den ehemaligen Top-Entwickler Anthony Levandowski von Waymo angeheuert, der viele vertrauliche Dokumente mitgenommen haben soll . Waymo will in dem in San Francisco gestarteten Verfahren beweisen, dass dies absichtlich und im Auftrag von Uber geschah.
Waymo zufolge lud Levandowski vor seinem Abgang 14.000 Dokumente mit Geschäftsgeheimnissen herunter. Der Entwickler gilt als Pionier auf dem Gebiet der Forschung von Laserradaren, mit denen selbstfahrende Autos ihre Umgebung erkennen. Uber erklärt, man nutze nur Laserradare aus eigener Entwicklung.
Die Waymo-Seite veröffentlichte zu Beginn des Verfahrens E-Mails und Kurzmitteilungen von Kalanick und Levandowski, in denen es darum geht, um jeden Preis die Führung bei der Entwicklung selbstfahrender Autos zu übernehmen und dafür auch "Abkürzungen" zu nehmen.
Uber bestreitet, dass gestohlene Informationen jemals bei dem Fahrdienst-Vermittler gelandet oder verwendet worden seien. Ubers Anwalt William Carmody sagte, Waymo wolle mit dem Prozess bloß einen Konkurrenten bremsen. Levandowski verweigerte vor Gericht die Aussage. Uber hatte ihn im Mai gefeuert.