Übernahme Niederländer zahlen 400 Millionen für Saab
Saab-Werbeschild in Schweden: Produktion startet wieder
Foto: Bob Strong/ REUTERSStockholm - Neuer Anfang für Saab: Der US-Konzern General Motors (GM) hat den schwedischen Autohersteller endgültig für 400 Millionen Dollar an den kleinen niederländischen Sportwagenbauer Spyker verkauft. Das bestätigte Spyker-Chef Victor Mulle in Stockholm. "Jetzt konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, Saab wiederzubeleben und in ein vitales, gewinnbringendes Unternehmen zu verwandeln."
Er nannte als Ziel für die kommenden zwei bis drei Jahre den Verkauf von jährlich mindestens 100.000 Autos. 120.000 Autos seien allerdings notwendig, um die Gewinnzone zu erreichen. Die Niederländer übernehmen das Unternehmen in schweren Zeiten: Im vergangenen Jahr hatte Saab nur noch knapp 40.000 Autos verkauft und als Tochter von GM seit 1990 fast ununterbrochen rote Zahlen geschrieben.
Jetzt soll erst einmal die Produktion mit den 3500 Mitarbeitern von Saab wieder anlaufen. Unter anderem wolle man im Jahresverlauf das neue Modell der Saab-Serie 9-5 ausliefern, kündigte Konzernchef Jan-Åke Jonsson an.
Geheimdienst CIA hatte Spyker-Spitze im Visier
"Heute ist ein großer Tag für die Saab-Beschäftigten, die Händler und Lieferanten, aber auch für Millionen Saab-Kunden und Fans", sagte GM-Vizepräsident John Smith. Die Amerikaner erhalten 74 Millionen Doller cash. Weitere 326 Millionen Dollar sollen in Vorzugsaktien an den US-Konzern gehen. Die schwedische Regierung stützt den Kauf mit Garantien von 400 Millionen Euro. Die Übernahme ist eine große Herausforderung für den erst elf Jahre alten Sportwagenhersteller Spyker, der seit seinem Börsengang 2004 keinerlei Gewinne machte.
Auch auf Nachfrage wollte er die Finanziers hinter der Übernahme nicht nennen. Die Übernahme galt wochenlang als unsicher, weil Kredite durch die Europäische Investitionsbank (EIB) und Garantien durch Schwedens Regierung nicht sicher waren. Nach der erfolgreichen Übernahme durch Spyker beantragte Saab die Aufhebung der im Januar eingeleiteten "freiwilligen Liquidation".
Muller bestätigte, dass der russische Spyker-Aufsichtsratschef Wladimir Antonow nach den Bestimmungen des Kaufvertrags mit GM sechs Jahre lang nicht an dem Geschäft mit Saab beteiligt werden darf. Gegen seine Mitwirkung hatte der US-Geheimdienst CIA bei GM interveniert, weil Antonow Verbindungen zu Mafiakreisen nachgesagt werden.