US-Gericht Genreis-Panne kostet Bayer fast 50 Millionen Dollar
Bayer-Logo (Archivbild): "Entscheidung in besonderem Maße unverständlich"
Foto: Eckehard Schulz/ APMonheim - Das Verfahren läuft bereits seit Jahren, nun hat ein US-Gericht das bisher härteste Urteil in dem Fall verhängt: Bayer unterlag im Streit um Genreis-Verunreinigungen in den USA vor Gericht. Eine Jury in Lonoke County im US-Bundesstaat Arkansas verpflichtete den Pharma- und Chemiekonzern zu 42 Millionen Dollar Strafschadensersatz. Wie Bayer am Montag in Monheim bei Köln mitteilte, muss das Unternehmen außerdem Entschädigungszahlungen von etwa sechs Millionen Dollar leisten.
"Diese Entscheidung ist uns in besonderem Maße unverständlich", sagte der Leiter der Rechtsabteilung von Bayer CropScience in den USA, Bruce Mackintosh. "Bayer in dieser Angelegenheit ein böswilliges Handeln zu unterstellen, ist völlig ungerechtfertigt." Der Konzern werde alle juristischen Mittel gegen dieses Urteil einsetzen. Strafschadensersatz kann in den USA bei besonders rücksichtslosem Verhalten verhängt werden.
In einigen US-Staaten war 2006 ein nicht zum Anbau zugelassener Genreis von Bayer CropScience in der Nahrungsmittelkette aufgetaucht. Die Europäische Union und Japan hatten daraufhin Einfuhrbeschränkungen für US-Langkornreis erhoben. Reisbauern versuchen nun, Bayer für die entstandenen Umsatzausfälle haftbar zu machen.
Reis stammt aus Uni-Zuchtprogramm
Der Genreis war an einer US-Universität in Zuchtprogrammen untersucht worden. Aventis CropScience hatte in Zusammenarbeit mit der Universität Feldversuche damit unternommen. Aventis CropScience ist eine Vorgängerfirma von Bayer CropScience. Bayer hatte das Unternehmen 2002 übernommen, woraufhin es in der heutigen Bayer CropScience aufging.
In dem Fall in Arkansas hatten 14 Reisfarmer geklagt. Bayer hatte in dieser Sache bereits in anderen Verfahren Niederlagen einstecken müssen. Laut Bayer-Geschäftsbericht waren in den USA im Februar etwa 500 Klagen von etwa 6400 Reisbauern und Händlern anhängig.