USA: Ford und US-Autogewerkschaft UAW einigen sich nach wochenlangem Streik - DER SPIEGEL
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Nach wochenlangem Streik Ford und US-Autogewerkschaft UAW einigen sich

Die Gewerkschafter sprechen von einer historischen Übereinkunft. Nach mehreren Streikwochen hat sich der US-Autobauer Ford mit der Gewerkschaft UAW auf deutliche Lohnerhöhungen geeinigt.
Streik bei Ford am 26. September: Einigung erzielt
Streik bei Ford am 26. September: Einigung erzielt

Streik bei Ford am 26. September: Einigung erzielt

Foto: Matthew Hatcher / AFP

Im Tarifstreit in der US-Autobranche gibt es nach knapp sechs Wochen mit Streiks ein erstes Abkommen. Ford und die Gewerkschaft UAW gaben in der Nacht zum Donnerstag eine Einigung bekannt – die allerdings noch von den Gewerkschaftsmitgliedern abgesegnet werden muss.

Der Vertrag habe eine Laufzeit von 4,5 Jahren und sehe Rekord-Lohnerhöhungen vor, teilte UAW-Präsident Shawn Fain mit. Die UAW habe eine historische Übereinkunft mit Ford erzielt, die eine Lohnerhöhung von 25 Prozent über die gesamte Vertragslaufzeit vorsehe. Es sei ein größerer Sprung als in allen vorherigen Tarifrunden der vergangenen 22 Jahre.

Die Ford-Beschäftigten erhielten eine sofortige Lohnerhöhung von elf Prozent. Unter Berücksichtigung von Zinseszinsen und Lebenshaltungskosten ergebe sich damit über die Vertragslaufzeit eine Lohnerhöhung von rund 33 Prozent auf über 40 Dollar pro Stunde.

»Wir haben Ford gesagt, sie sollen zahlen, und sie haben es getan«, sagte Fain in einem Videobeitrag auf Facebook. Die Arbeitsniederlegungen bei Ford hätten zum Erfolg geführt.

Die Einigung, die noch von der Gewerkschaftsführung und den Mitgliedern abgesegnet werden muss, ist die erste seit Beginn der Streiks von 45.000 Gewerkschaftsmitgliedern bei Ford, General Motors und der Chrysler-Mutter Stellantis am 15. September.

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Die UAW rief die Ford-Beschäftigten auf, wieder die Arbeit aufzunehmen. Das solle auch den Druck auf General Motors und den Peugeot-Konzern Stellantis erhöhen, zu dem in den USA unter anderem Chrysler gehört.

US-Präsident Joe Biden, der sich auch unter den Streikenden hatte blicken lassen, begrüßte die Einigung.

Die wirtschaftlichen Verluste durch den UAW-Streik belaufen sich nach Schätzungen der Anderson Economic Group auf insgesamt 9,3 Milliarden Dollar.

Die ursprüngliche Forderung der UAW hatte bei 40 Prozent gelegen – weil in dieser Größenordnung die Einkommen des Topmanagements der großen Autokonzerne gewachsen seien. Die Autobauer waren vor Beginn des Streiks zu Zuwächsen von bis zu 20 Prozent über eine Laufzeit von viereinhalb Jahren bereit.

Die Gewerkschaft entschied sich dafür, die Streiks nach und nach auf weitere Werke auszuweiten. Damit wussten die Unternehmen nicht, welche ihrer Fabriken als nächste betroffen sein könnten.

mmq/Reuters/dpa