Vedder fordert von Ergo eine Milliarde Euro - DER SPIEGEL
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Lustreisen-Affäre Investor kündigt Milliardenklage gegen Ergo an

Der Wirtschaftskrimi um die Ergo-Versicherung geht in die nächste Runde: Nach Skandalgeschichten um die wilde Sex-Sause für verdiente Ergo-Mitarbeiter steht neuer Ärger ins Haus. Großinvestor Clemens Vedder bereitet eine Milliardenklage vor.
Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Fondsmanager Clemens Vedder fordert Schadensersatz
Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Fondsmanager Clemens Vedder fordert Schadensersatz

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Fondsmanager Clemens Vedder fordert Schadensersatz

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Horst Ossinger/ dpa

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Düsseldorf - Heuschrecke verklagt Versicherungsgruppe auf eine Milliarde Euro Schadensersatz. So oder ähnlich könnte das nächste Kapitel im Wirtschaftskrimi um die Ergo-Gruppe überschrieben sein. Clemens Vedder, Private Equity-Manager und millionenschwerer Investor, ließ am Freitag mitteilen, dass er vor Einreichung einer Schadensersatzklage stehe: Wegen Rufschädigung fordert er eine Milliarde Euro.

Zum Hintergrund: Im Mai 2011 war bekanntgeworden, dass Handelsvertreter der Vertriebsorganisation Hamburg-Mannheimer 2007 eine Sex-Party in Budapest gefeiert hatten. Dann wurde publik, dass der Versicherer seinen Kunden bei Riester-Verträgen zu hohe Kosten berechnet hatte.

Ergo hatte hinter den Schlagzeilen eine Kampagne vermutet und gegen Fondsmanager Vedder und zwei Anwälte Strafanzeige wegen versuchter Erpressung gestellt. Die entsprechenden Ermittlungsverfahren habe die Staatsanwaltschaft Düsseldorf jedoch eingestellt, "weil kein hinreichender Tatverdacht bestand", sagte Staatsanwalt Ralf Herrenbrück.

Vedder, der bereits zuvor mit einer Schadensersatzklage geliebäugelt hatte, sieht sich dadurch bestätigt. "Damit ist das durchsichtige Ablenkungsmanöver der Verantwortlichen bei Ergo und Münchner Rück gescheitert", teilte Vedders Goldsmith Group am Freitag mit.

"Wir haben jetzt einen Freispruch erster Klasse, aber das Thema ist noch nicht erledigt." Die Schadensersatzklage in einer Größenordnung von circa einer Milliarde Euro wegen Rufschädigung werde nach eingehender Prüfung der Ermittlungsakten weiter verfolgt werden.

Einen genauen Zeitplan für die Klageeinreichung gebe es allerdings noch nicht. Ein Ergo-Sprecher erklärte, der Versicherer habe bisher keine Informationen von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf erhalten und wolle sich deshalb nicht weiter zum Thema äußern.

Vedder gehört zu den schillerndsten deutschen Finanzinvestoren. Anfang 2000 geriet er in die Schlagzeilen, als er mit der Beteiligungsgesellschaft Cobra" versuchte, die Commerzbank zu übernehmen. Sein Vermögen wird dem "manager magazin" zufolge auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

lei/dpa/Reuters/dapd