Volkswagen: Immer mehr Manager beurlaubt - DER SPIEGEL
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Abgasaffäre Volkswagen beurlaubt weitere Manager

Der Abgasskandal bei Volkswagen trifft offenbar weitere Manager. Nach manager-magazin-Informationen sind inzwischen etwa ein Dutzend Mitarbeiter beurlaubt.
Dunkle Wolken über VW: Immer mehr Manager geraten unter Verdacht
Dunkle Wolken über VW: Immer mehr Manager geraten unter Verdacht

Dunkle Wolken über VW: Immer mehr Manager geraten unter Verdacht

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa
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Der kriselnde Autokonzern Volkswagen bemüht sich weiter um Aufklärung des Abgasskandals. Inzwischen sind etwa ein Dutzend Mitarbeiter beurlaubt worden, heißt es in der Konzernzentrale. Die Betroffenen werden nach Informationen von manager magazin online verdächtigt, sie seien an Entwicklung und Einsatz der zur Manipulation von Abgaswerten genutzten Software beteiligt gewesen oder hätten zumindest frühzeitig davon gewusst. Deshalb würden sie bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt.

Der Konzern hatte bereits die Entwicklungschefs der Konzernmarken VW, Audi und Porsche suspendiert. Auch sie stehen unter Verdacht, in die Manipulation der Emissionswerte verwickelt zu sein.

Volkswagen hat zugegeben, die Motoren von fast 500.000 in den USA verkauften Fahrzeugen so manipuliert zu haben, dass sie bei amtlichen Tests deutlich weniger Stickoxid ausstoßen als im normalen Straßenverkehr. Die amerikanische Umweltbehörde EPA droht deshalb mit einer Strafe von maximal 18 Milliarden Dollar. Insgesamt sei die Software in elf Millionen verkauften Konzernmodellen installiert, teilte das Unternehmen mit. Der neue Konzernchef Matthias Müller kündigte in einer Rede vor Führungskräften eine "konsequente und schonungslose Aufklärung der Affäre an.

Entwickler und Manager auch höherer Hierarchieebenen betroffen

Der Großteil der beurlaubten Mitarbeiter sei in der Motorenentwicklung und Abgasnachbehandlung tätig gewesen, heißt es in Wolfsburg. Es geht nach Informationen von manager magazin online um Entwickler und Manager auch höherer Hierarchieebenen in Deutschland und den USA. Der langjährige Volkswagen-Chef Martin Winterkorn war vor einer Woche zurückgetreten. Er sagte allerdings, er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst.

Der beurlaubte VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer soll schon 2011 von einem Techniker auf die Manipulationen hingewiesen worden sein. Neußer war damals Chef der VW-Motorenentwicklung. Er habe die Informationen über illegale Praktiken damals offenbar nicht ernst genommen, berichten WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung".

Die Konzernspitze überlegt mittlerweile, wie sie Neußer und die Audi- und Porsche-Chefentwickler Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz zumindest übergangsweise ersetzen soll. Als Top-Kandidat für den Job in Wolfsburg gilt Skoda-Entwicklungsvorstand Frank Welsch. Gehandelt werden außerdem Matthias Rabe und Eckhard Scholz. Rabe ist Entwicklungsvorstand der spanischen Konzernmarke Seat. Scholz lenkt die Sparte leichte Nutzfahrzeuge in Hannover.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Volkswagen mittlerweile ausgedehnt. Nach verschiedenen Anzeigen untersuchen die Ermittler in Braunschweig auch, ob ein Anfangsverdacht gegen den langjährigen Konzernchef Winterkorn besteht. Er sei der einzige Manager, der in den Anzeigen namentlich genannt werde, teilte die Behörde mit. Sie hatte zuvor bereits berichtet, sie habe wegen der Affäre Vorermittlungen eingeleitet. Auch die Staatsanwaltschaft in Ingolstadt ist in der Sache aktiv geworden. Sie prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen die Konzerntochter Audi einleiten muss.

Anmerkung der Redaktion: Der Text gibt den Informationsstand zum Zeitpunkt des Erscheinens wider. Am 28. September 2015 hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig eine Pressemitteilung herausgegeben, wonach ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn eingeleitet worden sei. Am 1. Oktober korrigierte die Staatsanwaltschaft diese Darstellung und teilte mit, es sei kein Ermittlungserfahren gegen Winterkorn eröffnet worden.

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