Nach Abgasskandal Volkswagen stellt alle Investitionen infrage
VW-Chef Müller (Archiv): "Das wird nicht ohne Schmerzen gehen"
Foto: Ole Spata/ dpaWegen der unabsehbaren Kosten der Abgasaffäre hat der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller eine strenge Haushaltsführung bei Europas größtem Autobauer angekündigt. "Wir stellen jetzt alle geplanten Investitionen auf den Prüfstand. Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben", sagte Müller bei einer Betriebsversammlung im Wolfsburger VW-Stammwerk. Dazu zähle auch, dass das bereits von seinem Vorgänger Martin Winterkorn initiierte "Effizienzprogramm" nachjustiert werde.
"Ich bin ganz offen: Das wird nicht ohne Schmerzen gehen", sagte Müller vor mehr als 20.000 Beschäftigten in einer Werkshalle. Volkswagen werde aber "alles daran setzen", auch in Zukunft für gute und sichere Arbeitsplätze zu stehen.
Der Konzernchef stellte klar, dass alle von den Manipulationen betroffenen Fahrzeuge technisch sicher und fahrbereit seien. Am Montagabend hatte ein VW-Sprecher mitgeteilt, dass von den insgesamt elf Millionen manipulierten Fahrzeugen allein acht Millionen innerhalb der EU gemeldet seien.
Mitte September war bekannt geworden, dass Volkswagen bei Dieselfahrzeugen mit einer speziellen Software die Abgaswerte in Testverfahren nach unten gedrückt hat. Laut VW sind davon etwa 2,8 Millionen Autos in Deutschland betroffen.