Abgasaffäre bei Volkswagen VW hat weltweit 4,7 Millionen Diesel umgerüstet
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Foto: Michaela Rehle/ REUTERSMehr als eineinhalb Jahre nach Auffliegen der Dieselmanipulationen hat Volkswagen weltweit 4,7 Millionen Dieselmotoren umgerüstet. Damit hat der Konzern knapp die Hälfte aller betroffenen Dieselmotoren aus dem eigenen Haus umgebaut. Das teilte Konzernchef Matthias Müller in Hannover auf der VW-Hauptversammlung mit.
Im Dieselskandal geht es um weltweit rund 11 Millionen betroffene Fahrzeuge der VW-Gruppe. In Deutschland gibt es 2,6 Millionen Autofahrer mit einem manipulierten Diesel des Konzerns. Davon seien bislang rund 1,7 Millionen Autos umgerüstet. Müller und Finanzchef Frank Witter rechnen im laufenden Jahr mit Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe für die Diesel-Affäre. Vor einem Jahr war die Hauptversammlung wegen der Affäre zu einem Spießrutenlauf für Vorstand und Aufsichtsrat geworden. Damals hatten Aktionäre die Konzernvertreter teils mit heftigen Worten angeschrien.
Die im September 2015 eingeräumten Manipulationen bei Abgastests rund um das gesundheitsschädliche Stickoxid hatten VW zuvor in eine tiefe Krise gestürzt. Volkswagen hat für die Kosten des Dieselskandals insgesamt bereits 22,6 Milliarden Euro verbucht.
Im vergangenen Jahr war Volkswagen trotz der milliardenschwerer Kosten in die Gewinnzone zurückgekehrt: Im ersten Quartal verdiente der Konzern vor allem dank starker Geschäfte in Westeuropa deutlich mehr, unter dem Strich blieben 3,4 Milliarden Euro Gewinn in der Kasse - ein Plus von fast 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Müller strukturiert Volkswagen seit Bekanntwerden des Dieselskandals neu, um den Wolfsburger Konzern fit für die Elektromobilität, autonomes Fahren und neue Mobilitätsdienste zu machen. Die größte Last der Aufarbeitung der Dieselmanipulation trägt die Hauptmarke VW, die in den nächsten Jahren massiv Personal abbauen und ihre Produktivität weiter steigern soll.