United-Internet-Tochter Web.de verkauft jetzt auch Strom
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Foto: Uli Deck/ picture-alliance / dpa/dpawebViele Internetnutzer in Deutschland kennen Web.de als Anbieter von E-Mail-Konten. In Zukunft können sie aber auch Elektrizität bei dem Unternehmen beziehen: Web.de steigt in das Stromgeschäft ein.
Das Angebot sei ab sofort bundesweit verfügbar und über das Internet zu buchen, teilte das Unternehmen mit. Web.de hofft, sich so langfristig auch Zugang zu intelligenten Stromzählern in Haushalten zu sichern und neue Dienste rund ums vernetzte Haus anbieten zu können, sagte Firmen-Chef Jan Oetjen.
Web.de wird zunächst drei Stromtarife vertreiben: zwei Jahre lang Ökostrom, ein Jahr lang konventionellen Strom inklusive Neukundenbonus und einen flexiblen Tarif mit monatlicher Kündigungsfrist. Die Angebote seien nicht an die Nutzung eines E-Mail-Postfachs von Web.de gebunden, betonte das Unternehmen.
30 Millionen potenzielle Kunden
Dennoch: Seine rund 15 Millionen Kunden will Web.de sukzessive anschreiben und ihnen das neue Angebot schmackhaft machen. Hinzu kommen die ebenfalls rund 15 Millionen Kunden von Gmx.de. Beide E-Mail-Anbieter gehören zu 1&1, der Tochter des Konzerns United Internet. Der erreiche so "gut jeden zweiten Haushalt" in Deutschland, sagte Oetjen.
Die E-Mail-Kunden könnten bereits Smartphone-Tarife, Sicherheitssoftware oder den Musikstreamingdienst Deezer über Web.de kaufen. Beim Strom setzt das Unternehmen auf "einfache Tarifmodelle mit fairen Preisen". Web.de kaufe den Strom nicht von Dritten, sondern eigenständig und zu tagesaktuellen Preisen auf dem Strommarkt ein - dieser Preisvorteil werde an die Kunden weitergeben, betonte das Unternehmen.
Die Deutschen können seit 1998 ihren Stromversorger frei wählen; laut Bundesnetzagentur hat rund ein Drittel aller Haushalte aber noch nie den Anbieter gewechselt.
Vision vom intelligenten Zähler
Web.de will mit dem Einstieg in den Energiemarkt langfristig in weitere Geschäfte vordringen. "In ein paar Jahren kann man mit intelligenten Stromzählern womöglich den Stromverbrauch an das mit dem Wetter schwankende Angebot von Ökostrom anpassen", sagte Oetjen. Ein Chip könnte die Waschmaschine in Gang setzen, wenn die Sonne scheint. Einen intelligenten Stromzähler sollen Privathaushalte ab 2020 einbauen. Einen solchen Apparat könne nur einbauen "wer den Kunden mit Strom versorgt", sagte Oetjen. "Diesen Zugang wollen wir uns nun mit einem ersten Schritt sichern."