Angeschlagene Verlagsgruppe Weltbild erhält Kapitalspritze
Weltbild-Mitarbeiter: Verlagsgruppe will 140 Stellen abbauen
Foto: Stefan Puchner/ dpaFrankfurt/Augsburg - Die angeschlagene kirchliche Verlagsgruppe Weltbild erhält einem Zeitungsbericht zufolge eine Kapitalspritze. Aus dem Kreis der Gesellschafter seien bis Ende vergangener Woche Zusagen über neues Kapital in Höhe von etwa 60 Millionen Euro gemacht worden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Kurzfristig solle das Geld dem in Augsburg ansässigen Unternehmen im Weihnachtsgeschäft Liquidität verschaffen. Auf mittlere Sicht solle das frische Kapital die Verlagsgruppe in die Lage versetzen, eine strukturelle "Liquiditätslücke" zu schließen und nach einer längeren Restrukturierungsphase im Jahr 2015 wieder profitabel zu arbeiten. Der Verlag war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Mit seinem Verlagsgeschäft und der zusammen mit dem früheren Konkurrenten Hugendubel betriebenen Buchhandelskette zählt Weltbild zu den Marktführern in Deutschland. Der Konzernumsatz liegt bei 1,6 Milliarden Euro. Online ist die Augsburger Gruppe mit dem Portal weltbild.de und dem zusammen mit Axel Springer und Georg von Holtzbrinck betriebenen Shop buecher.de einer der größten Konkurrenten von Amazon.com in Deutschland.
Der Verlag hatte das Tempo des digitalen Umbruchs in der Branche unterschätzt. Während das Geschäft in den Buchläden rasant schrumpft, bestellen die Kunden zunehmend Bücher im Internet oder laden sich gleich E-Books herunter.
Im September hatte Weltbild weitere Verluste bis 2014 angekündigt. Der Verlag will den Kundendienst auslagern und so 140 Stellen abbauen. Berichte über eine drohende Insolvenz hatte Weltbild stets zurückgewiesen. Der Konzern mit seinen 6800 Mitarbeitern gehört zwölf katholischen Bistümern, dem Militärbischofsamt und dem Verband der Diözesen Deutschlands.