Windenergiesparte: Hunderte Stellen fallen weg - DER SPIEGEL
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Aufträge in Deutschland rückläufig Hunderte Stellen in Windenergiesparte fallen weg

Windanlagenhersteller Enercon richtet sich internationaler aus: Hierzulande fallen bei Zulieferern deshalb über 800 Jobs weg. Als Grund benennt das Unternehmen fehlende Aufträge in Deutschland.
Windenergiepark im Landkreis Oder-Spree
Windenergiepark im Landkreis Oder-Spree

Windenergiepark im Landkreis Oder-Spree

Foto: Patrick Pleul/ dpa
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Der Windanlagenhersteller Enercon rechnet bundesweit mit einem Abbau von 835 Stellen bei seinen Zulieferern. Das Unternehmen im ostfriesischen Aurich reduziert hierzulande Aufträge, da die Onshore-Windindustrie am Heimatmarkt massiv unter Druck stehe, teilte Enercon mit. Betroffen seien Zulieferer in

  • Emden (190 Mitarbeiter)
  • Magdeburg (130)
  • Westerstede (150)
  • Haren (235)
  • und Aurich (130)

Die Aufbauzahlen seien rückläufig, die Aufträge gingen stark zurück, hieß es in der Mitteilung weiter. Enercon werde sich daher vom vierten Quartal 2018 konsequent auf internationale Märkte ausrichten.

Neue Zielmärkte sind Mexiko, Vietnam und Südafrika

Enercon hat nach weiteren Angaben außerhalb Deutschlands bereits mehr als 14.000 Windenergieanlagen installiert und sieht Länder wie Mexiko, Vietnam und Südafrika als neue Zielmärkte. Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig verwies auf Marktprognosen, nach denen sich die Nachfrage nach erneuerbaren Energien in den kommenden 20 Jahren weltweit nahezu verdoppeln werde.

Die Gewerkschaft IG Metall zeigte sich überrascht und reagierte mit scharfer Kritik auf den Stellenabbau. Das sei ein harter Schlag für den Nordwesten, wo allein 700 Stellen wegfielen, sagte ein Sprecher in Emden. Die IG Metall Küste warnte Enercon vor einem Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten.

Grüne sehen Energiepolitik der Bundesregierung in der Schuld

Statt Entlassungen und Standortschließungen sei ein koordiniertes Vorgehen des Unternehmens mit Betriebsräten und Gewerkschaften nötig. Bezirksleiter Meinhard Geiken machte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mitverantwortlich, da dieser mit seiner Politik weitere Investitionen, Standorte und Arbeitsplätze in der Windenergiebranche gefährde.

Die Grünen im Bundestag sehen den Verlust von Hunderten Arbeitsplätzen als dramatisches Ergebnis einer falschen Energiepolitik der Bundesregierung. Die Union müsse ihren Widerstand gegen im Koalitionsvertrag versprochene Zusatzausschreibungen für Wind- und Solarenergie aufgeben, sagte die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden.

Würden Atom- und Kohlekraftwerke früher abgeschaltet, verstopfe dieser Strom nicht länger die Netze, kritisierte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Niedersächsischen Landtag, Anja Piel.

ans/dpa