Wird Ihr Job bald von einem Computer erledigt? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Infografik der Woche Werden Sie bald von einem Computer ersetzt?

Scanner an der Kasse, Roboter am Fließband: Schon heute können viele Jobs von Computern übernommen werden. Welche Bundesländer am stärksten von der Digitalisierung betroffen sind, zeigt unsere Infografik.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Für viele Berufe bedeutet die Digitalisierung eine Herausforderung: Vor allem im verarbeitenden Gewerbe können schon heute viele Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden. In einer aktuellen Studie  hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg (IAB) verglichen, wie hoch der Anteil derartiger Jobs in den Bundesländern ist.

Wie die Infografik der Woche von Statista  und SPIEGEL ONLINE zeigt, sind demnach das Saarland, Thüringen und Baden-Württemberg am stärksten betroffen - zumindest potenziell. Die Deutschlandkarte zeigt den Anteil der Beschäftigten, bei denen bereits heute mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten von Computern übernommen werden könnten. Im Saarland liegt dieser Anteil bei einem Fünftel (20,4 Prozent), in Thüringen (18,8) und Baden-Württemberg (17,4) etwas niedriger.

In Berlin und Hamburg hingegen fällt nicht einmal jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in diese Kategorie. Das Flächenland mit dem geringsten Anteil ist Mecklenburg-Vorpommern, wo nur 10,8 Prozent aller Beschäftigten in Jobs arbeiten, die ein hohes Substituierbarkeitspotenzial haben.

Jobs in Gefahr? Nicht unbedingt.

Hinter der großen Spannbreite steckt vor allem die unterschiedliche Berufsstruktur in den Bundesländern. So arbeiten im Saarland 25 Prozent der Beschäftigten im stark digitalisierbaren Bereich der Fertigung, in Berlin nur 10 Prozent. Bei sozialen oder kulturellen Dienstleistungsberufen, die nur zu einem geringen Teil von Computern erledigt werden könnten, ist das Verhältnis dagegen umgekehrt.

Werden also bald viele Jobs der Digitalisierung zum Opfer fallen? Nicht zwangsläufig, betonen die Autorinnen der IAB-Studie. Es sei durchaus möglich, dass im Gegenteil sogar neue Arbeitsplätze entstünden: Die computergesteuerten Maschinen müssten schließlich entwickelt, gebaut und gesteuert werden. Zudem könne die Digitalisierung dazu beitragen, die Produktivität in bestimmten Bereichen zu erhöhen, wodurch sich die Preise senken und die Nachfrage steigern ließe.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

agr/che