Erfolgreicher Jahresstart Wirecard erhöht Gewinnprognose
Wirecard Vorstandschef Markus Braun (Archiv)
Foto: Peter Kneffel/ dpaDas Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll in diesem Jahr auf 760 bis 810 Millionen Euro steigen, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte das Management um Vorstandschef Markus Braun ein Ebitda von 740 bis 800 Millionen Euro angepeilt. Grund für die angehobene Prognose sei das Wachstum im eigenen Geschäft, aber auch jüngste Zukäufe, hieß es vom Unternehmen.
Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert
Im ersten Quartal kletterte der Umsatz von Wirecard im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 35 Prozent auf 566,7 Millionen Euro, das operative Ergebnis um fast 41 Prozent auf 158 Millionen Euro. Der weitaus größte Teil des Wachstums kam aus eigener Kraft, also ohne Zukäufe und Wechselkurseinflüsse.
Wirecard profitiert vom ungebrochenen Trend hin zu elektronischen Zahlungen vor allem beim Onlineshopping. Das Transaktionsvolumen auf der eigenen Zahlungsplattform wuchs um gut 37 Prozent auf 36,7 Milliarden Euro - hiervon behält Wirecard einen gewissen Anteil an Gebühren ein, Unternehmensangaben zufolge zwischen 1,4 und 1,7 Prozent.
Die Zahl der angeschlossenen Händler kletterte von rund 279.000 Ende des Vorjahrs auf 293.000 Ende März. Der Nettogewinn stieg um die Hälfte auf 106,3 Millionen Euro.
Berichte in der "Financial Times" zu Untersuchungen rund um fehlerhafte Buchungen einer Konzerntochter in Singapur hatten Ende Februar einen deutlichen Kursverlust der Aktie von fast der Hälfte innerhalb weniger Tage zur Folge.
Die Konzernspitze wiegelte zunächst ab, musste letztlich aber Fehler und "Qualitätsmängel" in der Buchhaltung einräumen - wenn auch in geringerer Höhe als in den "FT"-Berichten suggeriert. Auch in der Bilanz musste der Konzern kleinere Korrekturen vornehmen. Den Vorwurf systematischen Betrugs und krimineller Scheinbuchungen weist Wirecard weiter zurück und verweist auf eigens in Auftrag gegebene Untersuchungen.