ZEW-Index Finanzprofis werden pessimistischer
Börsenhändler in Frankfurt: Die Stimmung trübt sich ein
Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERSMannheim - Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich im April stärker als erwartet eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen fielen auf 36,3 Zähler nach 48,5 Punkten im Vormonat, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten mit einem deutlich geringeren Rückgang auf 41,0 Punkte gerechnet.
Das ZEW betonte, dass es sich trotz des Rückgangs um den drittbesten Stand des Indikators in den zurückliegenden 24 Monaten handelt. "Nur in den vergangen beiden Umfragen waren die Experten optimistischer", heißt es in der Mitteilung des Instituts. Allerdings verschlechterte sich die Beurteilung der aktuellen Lage ebenfalls. Der entsprechende Indikator fiel von 13,6 Punkten im Vormonat auf 9,2 Zähler. Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg auf 14,0 Punkte erwartet.
Das ZEW sieht den nachlassenden Optimismus der Börsenprofis nicht als Wendepunkt. Es stelle sich jedoch die Frage nach der Stärke des Aufschwungs. Institutschef Clemens Fuest gab sich entspannt: "Im Grundsatz bleiben die Finanzmarktexperten positiv gestimmt." Der Rückgang des ZEW-Index sei konsistent mit aktuellen Konjunkturmeldungen, die hinter den Erwartungen zurückblieben. So seien beispielsweise die deutschen Exporte sowohl in die Euro-Länder als auch weltweit zurückgegangen. "Die Schuldenkrise in der Euro-Zone sorgt nach wie vor für Unsicherheit."
Etwas weniger negativ als für Deutschland entwickelte sich der Index im April für die Euro-Zone. Die Konjunkturerwartungen sanken im Vergleich zum Vormonat um 8,5 Punkte auf 24,9 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Lage fiel leicht um 0,1 Punkte auf 76,0 Zähler.