Unternehmensverkauf Freenet gibt Eigentümern nach
Frankfurt - "Wir prüfen alle Optionen für das Unternehmen und schließen einen Verkauf nicht aus", sagte Firmenchef Eckhard Spoerr heute. Gespräche fänden noch nicht statt, allerdings seien einige Interessenbekundungen bei Freenet eingegangen. Freenet habe die Unterstützung des größten Anteilseigners Vatas und er habe bereits die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, alle Optionen zu prüfen, hatte Spoerr zuvor dem "Handelsblatt" gesagt. Damit reagiere er auf den Wunsch vieler Großaktionäre sowie auf andere Übernahmen in der Branche.
"Eine Konsolidierung in Deutschland macht sicher Sinn, aber Freenet muss dabei keine Führungsposition einnehmen", sagte Spoerr weiter. "Eine Zerschlagung steht für uns aber außer Frage." Konkurrent Drillisch sowie weitere Großaktionäre - der britische Fonds Hermes und der Investor Florian Homm - hatten sich für eine Aufspaltung des Unternehmens stark gemacht. Aus Sicht von Drillisch könnte Freenet angesichts des boomenden Breitbandmarkts bei einem Verkauf des Internetgeschäfts eine hohe Prämie erzielen.
"Wir haben 18 Monate für die Fusion von Mobilcom und Freenet gekämpft. Diese jetzt rückgängig zu machen, ist nicht im Sinne des Unternehmens", hatte Spoerr kürzlich deutlich gemacht. Erst nach einer langen Hängepartie und mehreren Gerichtsprozessen konnten die beiden Unternehmen verschmolzen werden. Für den 20. Juli hat Freenet zur Hauptversammlung geladen.
Namen möglicher Kaufinteressenten nannte Spoerr jedoch noch nicht. Branchenexperten sind dem Bericht zufolge der Ansicht, dass Unternehmen wie United Internet , Arcor, Telecom Italia (Hansenet) oder die spanische Telefonica an den Hamburgern interessiert sein könnten.
sam/Reuters/dpa-AFX