Unternehmenszahlen: Siemens und Infineon auf Rekordkurs - DER SPIEGEL
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Unternehmenszahlen Siemens und Infineon auf Rekordkurs

Siemens-Vorstandssprecher Heinrich von Pierer konnte am Mittwoch sehr gute Ergebnisse melden. Dank Handy-Boom und Konzerntochter Infineon ist der Gewinn von Siemens im abgeschlossenen Quartal um gut das Doppelte gestiegen.
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München - Der Siemens-Konzern steuert im laufenden Geschäftsjahr auf den höchsten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte zu. Zu dieser Einschätzung führt das Ergebnis des abgeschlossenen Quartals: Der Reingewinn wuchs um 134 Prozent auf 832 Millionen Euro.

"Alle Siemens-Bereiche schreiben schwarze Zahlen", betonte Siemens-Sprecher Posner. Auch die Verkehrstechnik sei aus der Verlustzone heraus und fahre wieder Gewinne ein. Der Konzernumbau mit den Börsengängen von Infineon und dem Bauelemente-Spezialisten Epcos bescherte Siemens zudem außerordentliche Erträge von über 4,6 Milliarden Euro nach Steuern.

Auf Grund der günstigen Geschäftsentwicklung hob der Elektrokonzern seine Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr erneut an. Mit einem Gewinn von drei Milliarden Euro, was einem Wachstum von 60 Prozent entspricht, könne er gut leben, erklärte Vorstandssprecher Heinrich von Pierer. Im April hatte von Pierer noch davon gesprochen, das Ergebniswachstum vom Vorjahr in Höhe von 36 Prozent übertreffen zu wollen.

In der Mobilfunkbranche werde Siemens im laufenden Jahr allerdings nicht wie erwartet 30 Millionen Handys verkaufen. Schuld sei eine Knappheit bei den Komponenten für Mobiltelefone. An dem Ziel, im kommenden Geschäftsjahr rund 60 Millionen Mobiltelefone zu produzieren, halte der Konzern aber auf jeden Fall fest.

Bei Infineon stieg der Gewinn in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres um 520 Millionen auf 545 Millionen Euro. Damit trug der Halbleiterhersteller wesentlich zum rasanten Gewinnwachstum der Konzernmutter Siemens bei. Der Umsatz wuchs um 68 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Im vierten Quartal erwartet Infineon weitere hohe Steigerungsraten durch steigenden Chip-Preise und Produktivitätssteigerung.

Analyst Karsten Iltgen rechnet damit, dass der Boom in der Chipbranche anhalten werde. Den zuletzt von US-Häusern bereits angedeuteten Konjunkturabschwung bei den Halbleitern kann er noch nicht ausmachen. "Traditionell sind die Sommermonate etwas rückläufig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir den Höhepunkt bereits gesehen haben", so Iltgen. Er erwartet, dass das Jahr 2001 noch besser als das derzeitige Geschäftsjahr laufen wird.