Urabstimmung: Klinikärzte stimmen für Streik - DER SPIEGEL
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Urabstimmung Klinikärzte stimmen für Streik

Mit einer deutlichen Mehrheit von 98,4 Prozent haben sich die Ärzte an den deutschen Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern für einen unbefristeten Ausstand ausgesprochen. Erste Streiks soll es morgen geben.
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Berlin - Das Ergebnis teilte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund heute in Berlin mit. Hauptgeschäftsführer Armin Ehl sagte, die Ärztestreiks sollten morgen wie geplant beginnen. Zunächst seien die Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, München, Würzburg, Essen, Bonn, Mainz und Halle betroffen. In den folgenden Tagen und Wochen würden die Ärztestreiks auf weitere Unikliniken ausgeweitet.

Die Ärztegewerkschaft versucht, für rund 22.000 Ärzte an 34 Universitätskliniken einen eigenen Tarifvertrag mit kürzeren Arbeitszeiten, voll bezahlten Überstunden sowie bis zu 30 Prozent höheren Gehältern durchzusetzen. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder hatte sie vergangene Woche für gescheitert erklärt.

Der Marburger Bund hatte eine Zustimmung erwartet. Verbandschef Frank Ulrich Montgomery hatte zuvor im Inforadio des RBB erklärt, erste Zahlen der Urabstimmung in einzelnen Häusern wiesen eine "ganz, ganz hohe, weit oben im 90-Prozent-Bereich" liegende Zustimmung für eine Arbeitsniederlegung aus. In einigen Uni-Kliniken liege sie bei 100 Prozent.

Die Patienten sollen nach Montgomerys Worten in Notfällen versorgt werden. "Die Patienten brauchen sich nicht zu fürchten", beruhigte er. Der Notdienst werde funktionieren. Es werde aber zu Verschiebungen von Operationen kommen. Auch der "Komfort" für die Patienten werde "ein bisschen leiden".

Vor der Bekanntgabe des Ergebnisses der Urabstimmung begründet Montgomery die Forderungen der Mediziner. Die Krankenhausärzte wollten endlich einen Ärzte-Tarifvertrag haben, der ihnen anständige Arbeitsbedingungen garantiere, sagte Montgomery der hannoverschen "Neuen Presse".

Auf die Frage, wie die öffentlichen Kassen dies finanzieren könnten, sagte Montgomery: "So, wie uns die Arbeitgeber durch die Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes, durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich und durch die konsequente Nichtvergütung der Überstunden bereits weit über 30 Prozent an Einkommen gestohlen haben, so sollen sie sich auch darum kümmern, wie wir unser Gehalt wiederbekommen." Wie lange ein Ausstand laufen könnte, hänge ganz von den Arbeitgebern ab. Für "Show-Veranstaltungen und Endlosdebatten" stünden die Ärzte nicht mehr zur Verfügung.

suc/AP