US-Airlines Delta und Northwest stellen Konkursantrag
New York - Der Schritt war am Markt erwartet worden: Delta und Northwest, die dritt- und die viertgrößte Fluggesellschaft der USA, standen bereits seit längerem wegen hoher Schulden, hoher Kosten und Pensionsbelastungen wirtschaftlich unter Druck. Steigende Treibstoffkosten und die starke Konkurrenz der Billiggesellschaften haben den Unternehmen nun den Rest gegeben.
Unter dem Gläubigerschutz des sogenannten "Chapter 11" wollen beide Unternehmen versuchen, ihre Kostenbelastung zu reduzieren. Delta erklärte am Mittwoch in Deutschland, während des gesamten Reorganisationsprozesses werde der reguläre Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. "Delta führt die Geschäfte normal weiter und wird heute und während des gesamten Reorganisationsprozesses ihre Flüge durchführen", erklärte Konzernchef Gerald Grinstein.
Bereits vergangene Woche hatte Delta den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen und den Verkauf von Flugzeugen angekündigt. Das Unternehmen ist mit schätzungsweise 20 Milliarden Dollar verschuldet.
Northwest-Chef Doug Steenland sagte, sein Unternehmen müsse die Kosten signifikant reduzieren, um im Wettbewerb zu bestehen. Er verwies darauf, dass Northwest bereits daran gearbeitet habe, das Unternehmen ohne Gläubigerschutz zu sanieren. "Unglücklicherweise wurden diese Bemühungen ... durch die explosionsartig gestiegenen Treibstoffkosten unterlaufen." Analysten sehen in der Entscheidung von Northwest auch eine Möglichkeit, den Gewerkschaften größere Zugeständnisse abzutrotzen.
Mit den beiden Gesellschaften arbeiten nunmehr vier der sieben größten US-Fluggesellschaften unter Gläubigerschutz. United Airlines, Tochter der UAL Corp, und US-Airways haben kürzlich angekündigt, sie wollten bald wieder aus dem Gläubigerschutz entlassen werden.